Religions- und Weltanschauungsunterricht in Berlin

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Religions- und Weltanschauungsunterricht in Berlin

Beitragvon Nachrichten » Mi 2. Jun 2004, 14:26

Religions- und Weltanschauungsunterricht in Berlin

Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur teilt mit:

Anlässlich des von den Kirchen ausgerufenen Tages der Hunderttausend erklärt Kultursenator Dr. Thomas Flierl:

„In Berlin ist der Religions- und Lebenskundeunterricht aus historischen Gründen kein ordentliches Lehrfach und wird daher von den Anbietern des Unterrichts selbst durchgeführt. Im Bewusstsein um die Bedeutung eines wertorientierten schulischen Unterrichts finanziert das Land Berlin bis zu 90 Prozent der dabei anfallenden Personalkosten. Gegenwärtig nehmen rund 150.000 Berliner Schülerinnen und Schüler am Religions- und Weltanschauungsunterricht teil. Dafür stehen 2004 Mittel in Höhe von 48.172.000 € zur Verfügung, für 2005 sind es 45.172.000 €.

Der Senat hat im Februar 2004 eine Änderung des teilnehmerorientierten Finanzierungsmodells beschlossen, das alle Anbieter von Weltanschauungs- und Religionsunterricht gleich stellt. Die Veränderung besteht in der Erhöhung der Gruppengrößen für alle Schultypen jenseits der Grundschule von 10 auf 12 Schülerinnen und Schüler. Für die Grundschulen gilt weiterhin eine Gruppengröße von 15 Schülerinnen und Schülern als Berechnungsgrundlage für die Ermittlung erforderlicher Personalkosten. Darüber hinaus wurde die wöchentliche Pflichtstundenzahl für Lehrerrinnen und Lehrer im Religions- und Weltanschauungsunterricht von 24 auf 25 erhöht.

Gleichzeitig hat der Senat aber auch beschlossen, dass es für steigende Schülerzahlen auch mehr Geld geben und dass dieser Aufwuchs bereits zu Jahresbeginn und nicht wie bisher erst zum neuen Schuljahr wirksam wird.
Damit hat sich der Senat bewusst gegen eine finanzielle Deckelung des Etats entschieden und so die Möglichkeit zu weiterem Wachstum eröffnet.
Der Religions- und Lebenskundeunterricht ist in Berlin daher auch künftig gesichert.“

Anzahl der Schüler im Religionsunterricht- und Weltanschauungsunterricht 1997/98 - 2003/04 (Oktoberstatistik)

Ev. Kirche
1997/98 - 99.723
1998/99 - 99.723
1999/00 - 95.456
2000/01 - 93.863
2001/02 - 90.999
2002/03 - 90.313
2003/04 - 89.635

Kath. Kirche
1997/98 - 23.919
1998/99 - 23.561
1999/00 - 23.656
2000/01 - 23.393
2001/02 - 23.031
2002/03 - 23.056
2003/04 - 23.016

Hum. Verband
1997/98 - 20.676
1998/99 - 20.674
1999/00 - 26.642
2000/01 - 28.689
2001/02 - 29.359
2002/03 - 31.554
2003/04 - 33.374

Alexia

Beitragvon Alexia » Mi 2. Jun 2004, 15:57

In wieviel hundert Jahren wird in diesem Staat endlich die Trennung von Kirche und Staat eingeleitet? Da fließen zweistellige Millionensummen an die Kirchen, damit diese neue Mitglieder an öffentlichen Schulen rekrutieren können. :mad: :abgelehnt: :argh:

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Beitragvon Frosty » Do 1. Jul 2004, 09:17

Senat und evangelische Kirche verhandeln nach jahrelanger Pause wieder

Der Regionalbischof von Berlin, Generalsuperintendent Martin-Michael Passauer, fordert vom Berliner Senat bei den jetzt anstehenden Verhandlungen zum Staatsvertrag die noch strittigen Fragen zwischen der evangelischen Kirche und dem Senat von Berlin endgültig auszuräumen. "Es gibt einige Punkte, die dringend geregelt werden müssen. Dazu zählen die Kirchengebäude, die unter Denkmalschutz stehen, die Vereinbarungen der Träger der Wohlfahrtsverbände und der Diakonie sowie in besonderem Maße der Religionsunterricht", sagte Passauer der Berliner Morgenpost....
Was den Religionsunterricht angehe, weiche die Kirchenleitung von ihrer Position nicht ab. "Unsere Forderung ist klar formuliert: Religion muss in Berlin Wahlpflichtfach werden", sagte Passauer.

Quelle: Berliner Morgenpost (auszugsweise)
Ich stimme hier Alexia zu, diese peinlichen Verstrickungen zwischen Staat und Kirche in unserem Staat gehören endlich abgeschafft. Und Passauer sollte mal sein Hirn einschalten und darüber nachdenken, in welchem Bundesland er sich befindet. Berlin ist kein bayerisches Bergdörfchen wo Kirchenzugehörigkeit noch die Regel dastellt sondern ist DIE atheistische Hochburg in Deutschland. Traurig aber wahr, die Türkei ist uns in bei der Trennung von Kirche und Staat 100 Jahre voraus. Peinlich, peinlich!
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Beitragvon Frosty » So 4. Jul 2004, 10:40

passend zum Thema:

Kirchensteuereinnahmen sinken im Ostteil der Stadt um 70 Prozent - Mitgliederzahl halbiert sich innerhalb eines Jahres

Von K. Jahr-Weidauer

Das finanziell schwer angeschlagene Erzbistum Berlin hat mit weiteren erheblichen Einbußen zu rechnen. Die Steuerkommission der Deutschen Bischofskonferenz stellt in ihrem Bericht einen rapiden Rückgang der Kirchensteuereinnahmen in der Hauptstadt fest.

So sank im Ostteil Berlins die Kirchensteuer von 2003 gegenüber dem Vorjahr 2002 um 70 Prozent, von 24,8 auf 7,9 Millionen Euro. Dagegen stiegen im gleichen Zeitraum im Westteil Berlins die Steuereinnahmen um ein Prozent von 35,19 Millionen auf 35,67 Millionen Euro an.

Auch der Mitgliederschwund erreicht inzwischen im Ostteil Berlins dramatische Zahlen. Ende 2002 waren zwischen Marzahn und Köpenick noch 151 970 Katholiken registriert. Ende 2003 waren es nur noch 70 000, also weniger als die Hälfte. Auch hier stehen die Westbezirke zahlenmäßig weitaus besser da. 2002 gab es in diesem Teil Berlins 248 000 katholische Steuerzahler. Ende 2003 stieg die Zahl der Mitglieder auf 307 000 an. "Der Abwärtstrend bei der Kirchensteuer wie auch bei den Mitgliedern in den neuen Bundesländern und in Ostberlin wird sich nach unserer Erkenntnis weiter fortsetzen", sagt Anette Wollny von der Steuerkommission...

Quelle: Berliner Morgenpost
Den Kirchen laufen die Mitglieder weg, aber trotzdem wollen sie soviel Geld und sonstige Unterstützung, als wenn ihre Schafsherde noch historische Größen hätte. 307.000 + 70.000 - zwischenzeitlicher Neuverlust = weniger als 10 Prozent der BerlinerInnen. Schade, daß Religionsgemeinschaften nicht an der 5 Prozent Hürde scheitern können.
René Frost
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