Flughafen bleibt Kaltluftschneise

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Frosty
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Flughafen bleibt Kaltluftschneise

Beitragvon Frosty » Do 1. Jul 2004, 09:29

Flughafen bleibt Kaltluftschneise

Tempelhof: Auch nach der Stilllegung wird Kernbereich des Geländes aus stadtklimatischen Gründen nicht bebaut


Von Katrin Schoelkopf

Wenn der Flugbetrieb auf dem Flughafen Tempelhof zum 30. Oktober eingestellt werden sollte, wie es der Senat gemeinsam mit dem Bund und dem Land Brandenburg plant, bleibt die Frage, wie das Gelände und das Flughafengebäude künftig genutzt werden sollen.

Ein konkretes, aktuelles Konzept gibt es bislang nicht. Es bestehe auch kein zeitlicher Druck, heißt es bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Denn tatsächlich geschlossen werde der Flughafen erst, wenn für den geplanten Single-Airport Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld rechtskräftiges Baurecht vorliegt, sagt Sprecherin Petra Rohland. Gerechnet wird damit 2005/2006. Erst dann werde man sich konkrete Gedanken zur Nachnutzung von Tempelhof machen, so Rohland.

Klar ist bislang nur, dass das innere Umfeld der Freiflächen als wie auch immer geartete Grünfläche und damit als wichtige Kaltluftschneise für die Stadt erhalten bleibt. Eine vollständige Bebauung hätte nach Angaben des Klimatologen am Institut für Meteorologie der FU, Professor Horst Malberg, stadtklimatische Auswirkungen. Denn das mehrere hundert Hektar große offene Flughafenfeld kühle sich im Gegensatz zu den umliegenden dicht bebauten Bezirken Tempelhof, Kreuzberg und Neukölln in der Nacht auf Temperaturen wie im Berliner Umland ab und habe damit eine Entlüftungs- und Abkühlungsfunktion. Bebauung mit kleinteiligen Eigenheimen und Gewerbe kann sich die Senatsverwaltung daher nur am Rand des Geländes vorstellen, so Rohland.

Ein entsprechendes 1999 vorgelegtes Nachnutzungskonzept des Berliner Architekten Bernd Albers im Auftrag des damaligen Stadtentwicklungssenators Peter Strieder (SPD) gilt nach Angaben Rohlands auch für die neue Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) als grobe Grundlage. Zunächst aber müssten die Eigentumsverhältnisse zwischen dem Bund und dem Land Berlin auseinander dividiert werden. Beide halten Anteile sowohl am Flughafengebäude als auch am -gelände, wobei dem Bund der Großteil der Immobilie gehört. Auch hier gibt es noch keine konkrete Vorstellung für die künftige Nutzung.

Auch für den Fall, das Land bekäme nach Reichsvermögensgesetz die bundeseigenen Anteile an Gelände und Gebäude rückübertragen, ist völlig offen, wie Berlin die denkmalgeschützte Immobilie nutzen will.

Quelle: Berliner Morgenpost
Ganz Toll. Berlin macht den Flughafen angeblich aus Kostengründen dicht, aber die Kosten laufen ja auch nach Beendigung der Flughafenbetriebs weiter. Zumal die meisten Verluste durch den Unterhalt des Gebäudekomplexes entstehen und nicht durch den Flughafenbetrieb, was von den Damen und Herren Politikern gern verschwiegen wird um nicht als Vollidioten dazustehen. Die konzeptionslose Schließung Tempelhofs wird den Berliner Haushalt somit teuer zu stehen kommen wie es scheint. :(
Aber Berlin hats ja! Oder etwa nicht? :rolleyes:
René Frost
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