Wirtschaft warnt vor Flughafen-Schließung

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coepenicker

Wirtschaft warnt vor Flughafen-Schließung

Beitragvon coepenicker » Mi 10. Dez 2003, 12:56

Wirtschaft warnt vor Flughafen-Schließung

Die Front derer, die gegen die Schließung des Flughafen Tempelhofs kämpfen, wird immer stärker. Die Industrie und Handelskammer (IHK) sowie der Verein der Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) fordert jetzt die FBS und deren Tochter, die Berliner Flughafen Gesellschaft (BFG), auf, den Antrag auf Entbindung aus der Betriebspflicht zum 30. Oktober 2004 sowie den Schließungsantrag für Tempelhof zurückzunehmen. Die Anträge seien betriebswirtschaftlich kurzsichtig, verkehrspolitisch unverantwortlich und auch rechtlich nicht begründet, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung. So sei das von der BFG angegebene jährliche Defizit von 13 Millionen Euro in Tempelhof, mit dem die Schließung begründet wird, um Mittel für den Bau des geplanten Single-Airports in Schönefeld fließen zu lassen, nicht nachzuvollziehen. Eingerechnet in das Defizit würden kalkulatorische Kosten und Konzernverrechnungen, die den tatsächlichen Verlust in Tempelhof verschleierten. Dieser liegt nach Angaben von Hans-Henning Romberg, ehemaliger Geschäftsführer der staatlichen Flughafen-Holding und Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof, bei nur 2,6 Millionen Euro. Wenn Tempelhof dichtgemacht würde, gingen zudem Einnahmen in Höhe von 12 Millionen Euro aus Luftverkehr und Vermietung des Flughafen-Gebäudes verloren, so Romberg.

Überdies warnen IHK und VBKI, dass bei Schließung Tempelhofs und selbst bei konservativer Wachstumsprognose für den Flugverkehr spätestens 2008 Tegel und Schönefeld an ihre Kapazitätsgrenze stoßen. Der Chef der Flughafengesellschaft, Dieter Johannsen-Roth, weist dies zurück, räumt aber ein, dass im Bereich der Terminals Probleme entstünden. Indes erneuerte der Chef der Fluggesellschaft DBA, Hans Rudolf Wöhrl, sein Angebot, den Flughafen Tempelhof mitsamt dem Defizit zu übernehmen und damit für die staatliche Flughafengesellschaft Gewinn bringende Slots in Tegel in Höhe von 14 Millionen Euro freizumachen.

Quelle: Berliner Morgenpost

Alexia

Re: Wirtschaft warnt vor Flughafen-Schließung

Beitragvon Alexia » Di 16. Dez 2003, 19:56

coepenicker hat geschrieben:Wirtschaft warnt vor Flughafen-Schließung
Wenn Tempelhof dichtgemacht würde, gingen zudem Einnahmen in Höhe von 12 Millionen Euro aus Luftverkehr und Vermietung des Flughafen-Gebäudes verloren, so Romberg.
Aber Berlin hats ja. :rolleyes:

Frosty
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Re: Wirtschaft warnt vor Flughafen-Schließung

Beitragvon Frosty » Di 16. Dez 2003, 22:05

Alexia hat geschrieben:Aber Berlin hats ja. :rolleyes:
Das sind nur Peanuts gegen die mehreren hundert Millionen Euro, die bisher im Luftschloß "Drehkreuz-Schönefeld" versickert sind und noch versickern werden. :angry:
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Zero

Beitragvon Zero » Do 8. Jan 2004, 16:49

Innerstädtische Flughäfen gehören verboten. Der Flugverkehr in Tempelhof, Tegel und Schönefeld sollte eingestellt und auf einen weiter von der Stadt entfernten Flughafen ausgelagert werden. Ob Sperenberg oder Stendal etc. ist eigentlich egal. Hauptsache weg aus stark bewohnten Gebieten und privat finanziert, ohne daß der Staat Milliardenkosten- oder risiken eingehen muß.

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Beitragvon Frosty » So 25. Jan 2004, 23:23

Die Airport Berlin-Neuhardenberg GmbH will die Zulassung als Flughafen für große Passagierflugzeuge notfalls gerichtlich durchsetzen.

Geschäftsführer Dieter Vornhagen sagte: "Noch liege keine Absage vom Landesamt für Bauen, Verkehr und Straßenwesen, sondern lediglich das Veto der Gemeinsamen Landesplanung Berlin/Brandenburg vor. Es dürfe nicht sein, dass das Land die eigene Investition in den Großflughafen Schönefeld mit einer "Konkurrenzschutzklausel" schützt. Das verstoße gegen das Wettbewerbsrecht." (ddp)
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coepenicker

Beitragvon coepenicker » Di 10. Feb 2004, 22:40

Das Angebot des Chefs der Deutschen BA, Hans Rudolf Wöhrl, den Flughafen Tempelhof langfristig zu betreiben steht weiterhin. Ein Angebot, das die Flughafen-Gesellschafter im Hinblick auf die Stärkung Schönefelds rigoros ablehnen. "Schildbürgerstreich", nennt dies nicht nur Wöhrl. Auch die ansässigen Airlines kämpfen mit Rückendeckung von CDU und FDP für Tempelhof und dessen wirtschaftliche Bedeutung.

Einen Umzug nach Schönefeld lehnen sie ab, da sie fürchten, ihre Klientel wegen der Innenstadt-Ferne von Schönefeld zu verlieren. Klagen sind bereits angekündigt, sollte die Berliner Luftverkehrsbehörde dem Antrag der Flughafen-Gesellschaft auf Entbindung aus der Betriebspflicht stattgeben. Denn im Gegensatz zur Flughafen-Gesellschaft halten die Airlines das Fliegergeschäft am City-Airport für lukrativ. Allein bei der Vermarktung des denkmalgeschützten Flughafengebäudes lägen die Verluste. Bei der Behörde wird derzeit geprüft, ob der Verlust in Tempelhof, wie die Flughafen-Gesellschaft behauptet, tatsächlich aus dem Fluggeschäft stammt und damit die Entbindung aus der Betriebspflicht gerechtfertigt wäre. Eine Entscheidung soll im März fallen.

Quelle: Berliner Morgenpost

coepenicker

Beitragvon coepenicker » Di 10. Feb 2004, 22:44

Zero hat geschrieben:und privat finanziert, ohne daß der Staat Milliardenkosten- oder risiken eingehen muß.
Ist sowas nicht illegal? ;) Es hat zumindest den Anschein. :rolleyes:

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Beitragvon Frosty » So 11. Apr 2004, 11:40

Fluggesellschaften drohen mit Rückzug aus Berlin

Sollte der Airport im Oktober dieses Jahres stillgelegt werden - wie es die Flughafengesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund planen - will sich der Großteil der dort ansässigen Fluggesellschaften aus der Hauptstadt zurückziehen. Mindestens 20 tägliche Verbindungen fielen damit weg. Das kündigten sieben der insgesamt elf von Tempelhof aus fliegenden Airlines an. Eingestellt würden damit die Strecken nach Augsburg, Dortmund, Erfurt, Mannheim, Saarbrücken, Brüssel, Bern, Friedrichshafen, Bremen und Basel.

Ein Umzug nach Schönefeld wird von SN Brussels, Cirrus Airlines, Denimair, Intersky, der Luftverkehrsgesellschaft Walter, der ostfriesischen Lufttransport und der Swiss International aus wirtschaftlichen Gründen ausgeschlossen. Allein der Flughafen Tegel wäre eine Alternative. Doch auch dort werden Wettbewerbsnachteile gegenüber bereits ansässigen und günstigeren Airlines befürchtet. Überdies seien die Gebühren im ohnehin überlasteten Tegeler Airport weitaus höher als in Tempelhof, so dass ein Umzug nur unter Beibehalt der Tempelhofer Konditionen wirtschaftlich wäre, heißt es bei Denimair.

Die Airlines gehen davon aus, dass ihre Kunden - vornehmlich Geschäftsreisende - Schönefeld wegen der Innenstadtferne und dem damit verbundenen Zeitverlust nicht akzeptieren. Standortvorteil und damit Geschäftsgrundlage sei die Innenstadtlage Tempelhofs, argumentieren die Airlines und kündigen an, weiter um den Erhalt des Flughafens zu kämpfen.

Quelle: Berliner Morgenpost
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Beitragvon Frosty » So 23. Mai 2004, 09:51

Die IATA (Internationalen Lufttransportverband), so heißt es in der Fachzeitschrift "Roger", weist die Berliner Landesbehörden darauf hin, daß die für Ende Oktober beantragte Stilllegung von Tempelhof "gegen EG-Recht verstoßen" würde. Die Fluggesellschaften hätten nämlich nach einer Zuteilung von Start- und Landerechten (Slots) für eine Saison auch in der darauf folgenden Saison "einen Anspruch" darauf. Das bedeute, so die IATA, wer im Sommer 2004 in Tempelhof starten und landen darf, der habe dieses Recht auch im Sommer 2005. Für die Wintersaison gelte das gleiche. Die IATA folgert: Tempelhof darf erst Ende März 2006 geschlossen werden.
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