Flughafengegner gerüstet für neue Klagewelle

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Flughafengegner gerüstet für neue Klagewelle

Beitragvon coepenicker » Do 5. Feb 2004, 12:32

Flughafengegner gerüstet für neue Klagewelle

Der Bürgerverein Brandenburg Berlin (BVBB) rüstet sich für das Klageverfahren gegen den im Sommer vom Brandenburger Verkehrsministerium erwarteten Planfeststellungsbeschluss für den Bau des Großflughafens in Schönefeld. BVBB-Vorsitzender Ferdi Breidbach kündigte an, der BVBB sei für die Beratung von Tausenden von Klägern vorbereitet.

"Notwendige Gutachter sind schon engagiert und zwei Anwaltskanzleien werden die Kläger vor dem Bundesverwaltungsgericht vertreten", so Breidbach. "Wir wissen bereits, welche unserer 5000 Vereinsmitglieder als Kläger in Frage kommen." Für BVBB-Mitglieder sollen die Klagekosten bei weniger als 250 Euro liegen. Für Nicht-Mitglieder werde es erheblich teurer. Die Standortgegner wollen per Klage versuchen, das Flughafen-Projekt zu kippen, mindestens aber Auflagen für den Lärmschutz erreichen. Die Flughafen-Gesellschaft mit ihren Gesellschaftern Berlin, Brandenburg und Bund rechnet trotz der angekündigten Klagen mit gerichtsfestem Baurecht innerhalb eines Jahres. Eine Frist, die selbst das Bundesverwaltungsgericht in Frage stellt.


Quelle: Berliner Morgenpost
An das Baurecht innerhalb eines Jahres glauben die Flughafen-Gesellschafter doch auch nicht. Alles nur Show.

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Beitragvon Frosty » Do 5. Feb 2004, 13:29

Dazu die Pressemitteilung des BVBB:

[center]BVBB ist bestens gerüstet für den Planfeststellungsbeschluss, wann immer er auch kommen mag[/center]

Auf einer Informationsveranstaltung des Bürgervereins Brandenburg Berlin (BVBB) am 30.01.04 erklärte der Vorsitzende Ferdi Breidbach:

"Die mit dem Planfeststellungsbeschluss, zum von Brandenburg, Berlin und dem Bund geplanten Neubau von Schönefeld zum Großflughafen befasste Behörde im Verkehrsministerium Potsdam, hat mit ihrer Entscheidung offensichtlich große Probleme. Hierfür sprechen nicht nur die ungewöhnlich lange Zeit der Bearbeitung und die Weigerung der Behörde sich auf einen konkreten Termin der Beschlussentscheidung festzulegen. Für die Schwierigkeiten sprechen vielmehr die hektischen öffentlichen Terminforderungen der Antragstellerin, der Flughafen Berlin Schönefeld GmbH und deren Gesellschafter Platzeck, Stolpe und Wowereit.

Zudem hat die Behörde bis heute noch nicht erklärt, ob eine zweite mündliche Anhörung der Betroffenen aufgrund der im Sommer 2003 ausgelegten "Erklärung"des Antragstellers notwendig ist oder nicht.

Dem BVBB ist jeder Termin recht. Wir rechnen mit einem Termin unmittelbar vor oder während der Sommerferien. Die für den Beschluss eigentlich verantwortliche Landesregierung wird darauf spekulieren, dass möglichst viele potentielle Kläger in den Sommerferien sind und darum die für die Klageeinreichung bestimmte Frist von 4 Wochen nach Beschlussfassung versäumen. Nur die fristgemäße Einreichung der Klage sichert Schadensersatzansprüche. Wer nicht oder nicht fristgerecht klagt, verliert alle Rechte. Wir sind vorbereitet für die Beratung zu Tausenden von Klägern, auch wenn die Entscheidung vor oder in den Sommerferien 2004 fällt. Notwendige Gutachter sind schon engagiert und zwei Anwaltskanzleien (Baumann, Würzburg und Graewert und Schöning - Berlin) werden die Klagen formulieren und die Kläger vor dem Bundesverwaltungsgericht vertreten."


Rechtsanwalt Frank Boermann (Graewert und Schöning) informierte die anwesenden Betroffenen über die rechtlichen Grundsätze zum Verfahren. Er ging davon aus, dass die Klageflut von den Anwälten bewältigt werden kann, die sich ebenfalls schon vorbereitet haben.

BVBB-Vorstand Breidbach berichtete weiter über die organisatorischen Vorbereitungen zur Klägeridentifikation in den verschiedensten unterschiedlichen Belastungsregionen. "Diese Arbeiten sind abgeschlossen, wir wissen, welche unsere über 5.000 Vereinsmitglieder, mit welchen Klagegründen und Klageaussichten als Kläger in Frage kommen. Sehr kurzfristig können wir darum beraten und die Klagen vorbereiten."

Die Kosten für Kläger, die BVBB Mitglieder sind, sollen ersten Kalkulationen zufolge, je nach Erfolgsaussicht zwischen Null und weniger als 250 Euro betragen. Letztlich werden die Kosten erst dann sauber kalkulierbar sein, wenn die Zahl der Kläger für die wenigstens zwei erforderlichen Verfahren (Antrag auf Aussetzung des Beschlusses und Klage in der Hauptsache) ebenso festliegen, wie die Prozessrisiken abschätzbar sind.

"Kläger, die nicht Mitglieder des BVBB sind, müssen bei Klage zur Wahrung ihrer Rechte mit einem teueren Abenteuer rechnen. Für diese Klägergruppe wird zur Zeit im BVBB an einer Klägerhilfe gearbeitet, die im Ergebnis für den einzelnen Kläger zwar erträglich aber trotzdem teurer wird, als für alle BVBB-Mitglieder, die klagen werden." erklärte Breidbach. "Bei diesen Überlegungen lassen wir uns auch davon leiten, den Gemeinheiten der für den Neubau tatsächlich verantwortlichen Politiker einen Riegel vorzuschieben. SPD, CDU und PDS spekulieren offensichtlich auf die Hilf- und Wehrlosigkeit der Bürger. Sie wollen Schönefeld ohne Rücksicht auf die Folgen für die Betroffenen und die Länderhaushalte."

Das Bundesverwaltungsgericht wird sich nicht nur mit von der Planfeststellungsbehörde schön gerechneten Kurven über den Lärmterror in der Einflugschneise beschäftigen müssen. BVBB Vorstandsmitglied Bernd Gimbott führte eindrucksvoll Ergebnisse von 13 vom BVBB installierten Messstationen vor, die den Fluglärm seit ca. einem Jahr kontinuierlich real messen und deren Ergebnisse auf die vom Antragsteller geplanten 360.000 Überflüge/Jahr hochgerechnet werden. Diese nach DIN-Regeln arbeitenden Stationen messen jeden Überflug, bei Tag und Nacht. Die aufgezeichneten Werte (http://www.dfld.de) zeigen die Dramatik einer Lärmbelastung, die weit von den schön gerechneten Kurven abweicht.

"Eine wirklich unabhängige Planfeststellungsbehörde müsste aufgrund dieser Werte den Antrag auf Neubau von Schönefeld zurückweisen oder ein riesiges Umsiedlungsprogramm zwischen Eichwalde und Diedersdorf zur Auflage machen. Die Überschreitung der Grenzwerte für den Schutz der Bevölkerung vor gesundheitlichen Schäden findet in weiten Bereichen der Einflugschneise schon heute statt." wies Gimbott nach. Daraus würden keine Konsequenzen gezogen. Eine wirklich unabhängige Behörde müsste zum Schutz und zur Vorsorge der Bevölkerungsgesundheit schon heute, wegen Überschreitung der Grenzwerte, zumindest ein Nachtflugverbot anordnen. Sie wird dies natürlich nicht tun, weil sie -als vom Gesellschafter Brandenburg abhängig- die völlig überholten, von der Flughafenlobby durchgesetzten Lärmberechnungsgrundlagen und die Bestimmungen eines Fluglärmgesetzes von 1971 als Alibi für ihre Beflissenheit gegenüber der Berliner Flughafengesellschaft nutzt.

Ferdi Breidbach

Vorsitzender

Quelle: BVBB e.V.
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Beitragvon coepenicker » Di 10. Feb 2004, 22:28

Berliner zweifeln an Zeitplan für Großflughafen

Aus einer Emnid-Umfrage im Auftrag der Berliner Morgenpost geht hervor, daß nur 28 Prozent aller Berliner an die angekündigte Fertigstellung des Großflughafens in Schönefeld im Jahr 2010/11 glauben.

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Beitragvon Frosty » So 14. Mär 2004, 01:40

Klageflut verzögert Ausbau des Flughafens Schönefeld

Bürgerinitiative rechnet mit mindestens 20 000 Einzelklagen / Fertigstellung 2010 gefährdet

Von Katrin Schoelkopf

Berlin - Die Fertigstellung des Großflughafens Berlin Brandenburg International wird sich nach Ansicht des Luftverkehrs- und Verwaltungsrechtlers Elmar Giemulla mindestens um ein weiteres Jahr verzögern. Angekündigte Klagen gegen das im Frühsommer vom Brandenburger Verkehrsministerium erwartete Baurecht lassen diese Prognose zu. Bereits jetzt schon liegen dem Bürgerverein Brandenburg Berlin (BVBB), mit mehr als 5000 Mitgliedern erklärter Gegner des Großflughafens in Schönefeld, 625 Klageanträge vor. Mit einigen Tausend rechnet BVBB-Chef Ferdi Breidbach noch, denn die Annahme von Anträgen sowie deren Prüfung und Klagevorbereitung durch extra vom Verein verpflichtete Rechtsanwälte und Gutachter startete erst vor einer Woche. Für Mitglieder soll das Klageverfahren voraussichtlich kostenfrei sein.

Sollte nur ein Drittel der 70 000 Kritiker, die 2001 Einwände im Anhörungsverfahren zum Planfeststellungsantrag geltend gemacht haben, klagen, wären das mehr als 20 000 Einzelverfahren, die das Gericht zu berücksichtigen hätte, heißt es von der BVBB. Angesichts der Klageflut wird nach Ansicht Giemullas das Verfahren beim Bundesverwaltungsgericht Leipzig nicht nur ein, wie die Flughafen-Gesellschafter, Berlin, Brandenburg und der Bund, hoffen, sondern mindestens zwei Jahre dauern. Und da müsse sich das Gericht schon sehr anstrengen. Mit rechtskräftigem Baurecht sei daher nicht vor 2006 zu rechnen. Das würde die Zeitplanung der staatseigenen Flughafen Berlin Schönefeld GmbH (FBS) durcheinander wirbeln. Denn bei der FBS sind für Gerichtsverfahren maximal 18 Monate vorgesehen. "Wir brauchen den gerichtsfesten Planfeststellungsbeschluss spätestens Ende 2005. Anderenfalls wäre die geplante Fertigstellung 2010 gefährdet", sagt FBS-Chef Dieter Johannsen-Roth. Beim Bundesverwaltungsgericht hält man sich mit Prognosen zurück. Von erheblichem Organisationsaufwand sei allerdings auszugehen.

Quelle: Berliner Morgenpost
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Beitragvon Frosty » Mo 19. Apr 2004, 12:01

Die Airport Berlin-Neuhardenberg GmbH will die bisher versagte Zulassung ihres Flugplatzes für große Passagiermaschinen beim Oberverwaltungsgericht Frankfurt (Oder) einklagen. Das kündigte Geschäftsführer Dieter Vornhagen gestern an. Der Flugplatz im Kreis Märkisch-Oderland erhalte nur aus Konkurrenzgründen zum Flughafen Berlin-Schönefeld keine entsprechende Genehmigung.
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Messstelle für Fluglärm gefordert

Beitragvon Frosty » So 8. Aug 2004, 14:15

Die Bezirksverordneten der STATT-Partei fordern, daß im Köpenicker Ortsteil Müggelheim offiziell eine Messstelle installiert wird, die die Lärmbelastung durch den Flughafen Schönefeld erfasst. Auch das Bezirksamt Treptow-Köpenick unterstütze diesen Plan, der jedoch von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung abgelehnt werde, heißt es in einer Presseerklärung. Konsequenz einer offiziellen Erfassung der Lärmbelastung könne laut STATT-Partei sein, dass mit dem geplanten Großflughafen auch die 6000 Müggelheimer Anspruch auf Schallschutz hätten.

Quelle: Berliner Morgenpost
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Beitragvon Frosty » Fr 13. Aug 2004, 09:32

Planfeststellung für Schönefeld

Nach 13 Jahren: Das Projekt Hauptstadtflughafen nimmt heute seine erste große Hürde

Von Katrin Schoelkopf

Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck und Verkehrsminister Frank Szymanski (beide SPD) stellen heute den Planfeststellungsbeschluss für den geplanten Single-Airport Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld und damit für das größte Infrastrukturprojekt der Region vor.

Mit der rechtlichen Grundlage für den 1,7 bis 2,3 Milliarden teuren Bau nimmt das seit 13 Jahren betriebene Projekt Hauptstadtflughafen die erste große Hürde. Das Ziel aber ist damit nicht erreicht. Denn der Planfeststellungsbeschluss und damit das Baurecht erlangt erst endgültige Rechtskraft, wenn das Klageverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht abgeschlossen ist. 10 000 Klagen hat der Bürgerverein Brandenburg Berlin (BVBB) angekündigt. Mit einer Gerichtsentscheidung wird nicht vor 2006 gerechnet. Erst dann wird endgültig klar sein, mit welchen Auflagen und finanziellen Auswirkungen die Flughafen Berlin Schönefeld GmbH (FBS) rechnen muss.

Erste Auflagen für das Projekt, das den Ausbau Schönefelds im Jahr 2010 für 20 Millionen Passagiere vorsieht, werden bereits heute mit dem Planfeststellungsbeschluss bekannt gegeben. Inwieweit der Lärmschutz auch Einschränkungen des Nachtflugs beinhaltet, wird für das Projekt entscheidend sein.

Eine weitere Hürde ist die Finanzierung. Ein bislang mehrfach von der FBS angekündigtes Konzept steht noch aus. Die verkehrspolitische Sprecherin der PDS-Fraktion in Brandenburg, Anita Tack, forderte denn auch gestern von den Flughafengesellschaftern Berlin, Brandenburg und dem Bund, sich "auf das Nötige, Machbare und Finanzierbare" zu besinnen. Eine Forderung, der sich auch der verkehrspolitische Sprecher der Berliner FDP-Fraktion, Klaus-Peter Lüdeke, anschließt. Bislang hätten die jahrelangen Flughafenplanungen nur den Verlust von einer Milliarde Euro Steuergeld gebracht, so Tack. Für ihre Berliner Kollegin, die Verkehrsexpertin der PDS im Berliner Abgeordnetenhaus, Jutta Matuschek, ist dagegen das noch ausstehende Finanzierungskonzept kein Indiz für ein mögliches Scheitern des Projekts. Es sei sinnvoll und richtig, erst nach Vorlage des Planfeststellungsbeschlusses und nach Bekanntwerden möglicher kostenrelevanter Lärmschutzauflagen die Finanzierung aufzustellen. Um die Zuschüsse des Steuerzahlers möglichst gering zu halten, müsse der BBI vorrangig von der Flughafengesellschaft und Privaten finanziert werden, sagte Matuschek gestern. Der verkehrspolitische Sprecher der Berliner CDU-Fraktion, Alexander Kaczmarek, drängt dagegen auf klare Aussagen und Beschlüsse zur Finanzierung von Seiten der Gesellschafter. Bisher habe nur Berlin eine Finanzierungszusage gemacht. "Wenn BBI scheitert, dann nicht am Planfeststellungsbeschluss, sondern an der Finanzierung", sagte Kaczmarek gestern.

Quelle: Berliner Morgenpost
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Beitragvon Frosty » Fr 13. Aug 2004, 09:40

BVBB zum Planfeststellungsbeschluss Neubau Großflughafen BBI in Schönefeld

„Unser Vertrauen in die richterliche Kompetenz und Unabhängigkeit des Bundesverwaltungsgerichts steht im Gegensatz zum Planfeststellungsverfahren, das nun zum Planfeststellungsbeschluss zum Neubau von Schönefeld zum Großflughafen geführt hat. “ Der Vorsitzende des Bürgervereins Brandenburg-Berlin e.V. (BVBB), Ferdi Breidbach, begründet seine Feststellung mit der Tatsache, dass in den letzten 30 Jahren weltweit kein Großflughafen mehr in einem so dicht besiedelten Gebiet wie um die Start– und Landebahnen von Schönefeld gebaut wurde. „Selbst in Entwicklungsländern weiß man um die gesundheitlichen Folgen von Fluglärmterror, Katastrophengefahren durch Flugzeugabstürze und der völligen Entwertung von Wohngebieten in Flughafeneinflugschneisen. Zudem würde heute niemand mehr auf die Idee kommen, Flughafenstandorte wie Tegel, Frankfurt/Main oder Düsseldorf zu genehmigen. Hier sind doch die Probleme von Flughäfen in Siedlungsgebieten in täglicher Praxis lernbar. Tausende von Klägern werden darum ihre Schutz– und Vermögensrechte vor dem Bundesverwaltungsgericht und ihre unglaubliche Betroffenheit vorbringen. Unsere Anwaltskanzleien (Baumann - Würzburg, Grawert und Schöning - Berlin) und unsere Gutachter haben die Klagen in den letzten Monaten vorbereitet. Sie werden fristgerecht beim Gericht eingehen.“

Der BVBB, wie die Bürger in Berlin und Brandenburg wissen aus langer Erfahrung, dass die Ministerpräsidenten, Regierenden Bürgermeister und die stets kopfnickenden Abgeordneten samt ihrer Parteien so genannte Starts oder Meilensteine zu geplanten Investitionen von Großprojekten immer mit politischen Hochämtern vor Medien und Öffentlichkeit gefeiert haben.

Was Ministerpräsident Platzeck auch nun wieder schamhaft verschwiegen hat, ist die Tatsache, dass am Ende immer Pleiten, Pech und Pannen herauskamen, die die Steuerzahler Milliarden gekostet und die Landeshaushalte in den Bankrott getrieben haben.

Noch gut im Gedächtnis ist die öffentliche Feier von Platzeck und Wowereit vor knapp 2 Jahren im Vorfeld der Bundestagswahlen zum Abschluss eines „Letter of Intent“ zur Privatisierung des Großflughafen BBI, welche bekanntermaßen -und damals bereits von jedermann absehbar- in einem Fiasko geendet hat. Allein diese Feier vor der letzten Bundestagswahl hat die Steuerzahler in Berlin und Brandenburg über 41 Millionen EURO gekostet, weil die Konsortien HOCHTIEF/IVG nach Feststellung der Unwirtschaftlichkeit Schadensersatz in dieser Höhe einstreichen konnten.

Was natürlich auch verschwiegen, vertuscht und verharmlost wurde ist die Tatsache, dass die angegebene lächerlich niedrige Investitionssumme von 1,7 Milliarden ebenso wenig gesichert ist, wie die Finanzierung der Trassen für die Schienenanbindung des geplanten Flughafens, die auch noch nicht planfestgestellt sind bzw. deren Planfeststellungsverfahren noch nicht einmal begonnen haben.

Platzeck hat darum Propaganda für ein Wolkenkuckucksheim gemacht, das rechtlich wackelig vor den Hürden des Bundesverwaltungsgerichts steht, dessen Finanzierung völlig ungesichert und bei dem eine öffentliche Finanzierung bei extremer Haushaltnotlage ohnehin verfassungsrechtlich bedenklich ist, dem noch die entscheidenden Grundstücke fehlen, das ohne gesicherte Schienenanbindung ist, das auch Berlin–Lichtenrade ohne Tunnellösung für die Bahnanbindung durch Mauern und Eisenbahnlärm vom Wohngebiet zum Industriegebiet abqualifizieren wird.

Warum Platzeck ausgerechnet am geschichtsträchtigen 13. August muskelspielend und strahlend demonstriert, dass mit Schönefeld neue Mauern zwischen Volk und Politik gebaut werden, die die hohe Betroffenheit und die die Kluft zwischen politischem Willen und objektiven Realitäten ignorieren, weiß nur er allein.

Mit welchem Ergebnis ignorante Machthaber es schon einmal haben 13 schlagen lassen wollen, ist dagegen hinlänglich bekannt.

Quelle: BVBB-EV
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Beitragvon Frosty » Sa 18. Sep 2004, 00:25

Die Klageflut gegen den Ausbau des Flughafens Schönefelds droht den Zeitplan des Projektes zu kippen. Mit Blick auf die Montag beginnende Klagefrist sagte der Anwalt der Ausbau-Gegner, er erwarte eine Verfahrensdauer von bis zu fünf Jahren. (ddp)
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Beitragvon Frosty » Sa 18. Sep 2004, 01:11

Flughafengegner setzen Potsdamer Verkehrsminister ein Ultimatum

Potsdam/Würzburg - Die Flughafengegner vom Bürgerverein Berlin-Brandenburg (BVBB) haben Verkehrsminister Frank Szymanski (SPD) im Streit um den Ausbau des Flughafens Schönefeld eine Frist gesetzt. Die BVBB-Anwälte verlangten vom Ministerium, den Vollzug des Planfeststellungsbeschlusses vom 13. August auszusetzen, teilte der Verein gestern mit. "Wenn das nicht innerhalb einer Woche geschieht, gehen wir mit einem Eilverfahren zum Bundesverwaltungsgericht", heißt es in der Mitteilung. Damit verlangt der Verein, dass sämtliche Vorbereitungen für den Ausbau des Flughafens vorerst gestoppt werden. Dazu zählen zum Beispiel die Schaffung einer Baustraße, Rodungsarbeiten und geologische Untersuchungen sowie Probebohrungen...

Ministeriumssprecher Lothar Wiegand sagte: "Wir prüfen den Antrag der Anwälte. Zum Ergebnis kann zum derzeitigen Zeitpunkt keine weitere Auskunft gegeben werden." Die in Würzburg ansässigen Rechtsanwälte des BVBB begründeten den Antrag damit, dass es für den bei Planfeststellungsbeschlüssen vorgesehenen Sofortvollzug beim Projekt Flughafen Berlin-Schönefeld keinen Anlass gebe. Eine sofortige Umsetzung des Beschlusses brächte Nachteile für die von den BVBB-Anwälten vertretenen Betroffenen mit sich. Anwalt Wolfgang Baumann erklärte, Voraussetzung für den Baubeginn seien Untersuchungen, um Beeinträchtigungen des Grundwassers sowie von Naturschutzgebieten auszuschließen. Die Bauträger müssten die Gutachten mehrere Monate vor einem Baustart vorlegen. Zudem sähen die Haushalte in Berlin und Brandenburg 2004 und 2005 keine Finanzmittel für das Projekt vor. (dpa)
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Jens

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Beitragvon Jens » Mo 20. Sep 2004, 01:42

Offensichtlich geht es den rund 10.000 Klägern viel zu gut!
Den Jobsuchenden, Arbeitslosen und Sozialhilfeempfängern in dieser Region sicherlich nicht!!!
Ist den Klägern eigentlich bewusst was sie da an wirtschaftlichem Aufschwung verhindern bzw. verzögern??? Wie lief es denn in München seinerzeit? Da wurden auch Dörfer umgesiedelt und die Menschen in Erding und anderen angrenzenden Lagen leben auch heute noch MIT und VOM Großflughafen!!! Und fragt irgendjemand von den Klägern (besonders dieser tolle Bürgerverein BVBB) ob es den Anwohnern im dichtbesiedelten Stadtgebiet von Berlin (Tegel, Reinickendorf, Wedding, Tempelhof, Kreuzberg ...) gefällt mit hohem Risiko unter startenden wie landenden Flugzeugen zu leben? Und dies betrifft sicherlich weit mehr als 10.000 noch dazu über eine grosse Fläche verteilte Menschen!

Kann dieses egoistische (überwiegende Ossi-) Denken nicht langsam mal aufhören? JEDE Veränderung wird abgelehnt! Mit dem Motto: 'Das war hier schon immer so! Hier wird nichts verändert!' kommt man doch heute nicht mehr weiter. Es geht hier um mehr als um die Rücksichtnahme auf 10.000 Einzelschicksale!

Wie wäre es denn damit: Jeder der gegen den Flughafenausbau von Schönefeld ist, trägt sich freiwillig in eine Liste ein und bekommt später dort am Flughafen oder den damit zusammenhängenden Betrieben auch keine Arbeit! Das wäre doch gerecht, oder? Und soetwas würde wahrscheinlich auch die Klageflut stoppen!

Ein groteskes Beispiel zum Schluß: Auf dem Großparkplatz in Waltersdorf fragte ich eine Autofahrerin warum sie diesen gelben Aufkleber 'NEIN zu Schönefeld' an ihrem Auto angebracht hat. Sie überlegte eine Weile und sagte dann: "Das war mein Mann!"
Soetwas zeigt doch, daß sich die Leute ihres Handelns überhaupt nicht bewusst sind.

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Re: Pro BBI

Beitragvon Frosty » Mo 20. Sep 2004, 10:02

Jens hat geschrieben:Offensichtlich geht es den rund 10.000 Klägern viel zu gut!
Ja, noch werden Sie nicht durch den geplanten Fluglärm Tag und Nacht terrorisiert. Sie können abends einfach das Fenster öffnen und sich schlafen legen und durchpennen. Damit wärs aber bei vielen in der Region nach dem Ausbau des Flughafens Schönefeld vorbei.
Und fragt irgendjemand von den Klägern (besonders dieser tolle Bürgerverein BVBB) ob es den Anwohnern im dichtbesiedelten Stadtgebiet von Berlin (Tegel, Reinickendorf, Wedding, Tempelhof, Kreuzberg ...) gefällt mit hohem Risiko unter startenden wie landenden Flugzeugen zu leben?
Der BVBB hat die alternativen Standorte immer und immer wieder aufgezeigt, Speerenberg und Stendal. Der BVBB hat sich nie für den Erhalt von Tegel ausgesprochen.
Und dies betrifft sicherlich weit mehr als 10.000 noch dazu über eine grosse Fläche verteilte Menschen!
Das sind ja nur die Kläger, es leben aber über 100.000 Menschen im betroffenen Gebiet.
Es geht hier um mehr als um die Rücksichtnahme auf 10.000 Einzelschicksale!
Ja, es geht hier um gut 100.000 zukünftige Einzelschicksale und es geht hier um Milliarden von Steuergeldern, die in Schönefeld sinnlos in den Sand gesetzt werden sollen bzw. schon sind.
"Das war mein Mann!" Soetwas zeigt doch, daß sich die Leute ihres Handelns überhaupt nicht bewusst sind.
Wenns ihr Mann war, hättest du vielleicht auch ihren Mann befragen sollen. ;)
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Gast

Beitragvon Gast » Do 14. Okt 2004, 21:19

Ich habe nichts gegen Flughäfen und Fluglärm.

Aber ich bin der Meinung, die Flugschneisen sollten über die Häuser führen, in denen überduchschnittlich viel potenzielle Flugzeugbenutzer leben. Nicht über die Armenquartiere!

Flieger über Zehlendorf antstatt über Wedding!

Denn wenn die wohlhabenderen Schichten selbst getroffen würden, dann würde das Problem des Lärms schnell beseitigt werden.

Das, was ich mir unter dem dauernden Stress der über meinen Kopf dröhnenden Flugzeuge wünsche, kann ich angesichts deutscher Gesetze leider nicht öffentlich sagen. Es könnte falsch interpretiert werden.

Darum endet mein Beitrag auch an dieser Stelle.


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