Sacramento hat geschrieben:
Der Friseur könnte doch zum Beispiel die Tür zum Durchgang zu seinem Hof öffnen und dort einen Fahradständer austellen. !?
Mal unabhängig davon, daß das wohl nicht sein Hof ist, und sofern er diesen Durchgang überhaupt nutzt, er auch nicht der einzige Nutzer sein dürfte und die anderen Mietparteien da wohl noch ein Wörtchen mitzureden hätten, würde ich mein Fahrrad niemals in einer schlecht einsehbaren dunklen Gasse abstellen. Fahrraddieben muß man es ja nicht absichtlich leicht machen.

Sacramento hat geschrieben:
Seiner Auffasung nach, liegt die Ursache im Niedergang der Gewerbetreibenden in der Altstadt an der Herausnahme des Durchgangsverkehr.
Er sieht die Herausnahme des Durchgangsverkehrs mehr als finalen Todesstoß wenn ich ihn richtig verstanden habe. Denn am Boden lag die Altstadt schon vor der kürzlich erfolgten Herausnahme des Durchgangsverkehrs.
Zitat:
1.) In den Jahren 1997 bis 2003 erlebte die Altstadt ihren Verkehrsinfarkt wegen zu viel Durchgangsverkehr. Nach der Logik des Optikers hätte da ja sein Geschäft aus allen Nähten platzen müssen ! Tatsache ist aber, dass es schon seit 1997, wo das Forum Köpenick eröffnete, mit der Altstadt bergab ging.
Nein, seine Meiniung geht wohl dahin, daß die Herausnahme des Durchgangsverkehrs die wirtschaftliche Situation der Gewerbetreibenden der Altstadt stärker belasten wird wie der vorherige Verkehrsinfarkt. Der Durchgangsverkehr war sicher nicht gerade optimal, aber er war nicht der Hauptgrund für die schlechten Geschäfte.
Zitat:
2.) Liegt ja der Hintereingang des Optikers direkt an der Müggelheimer Strasse, eine Strasse wo täglich mehrere zehntausend Autos vorbei fahren, sowie mehrere Strassenbahn- und Buslinien. Demnach müsste doch sein Geschäft bestens laufen, wenn es am Verkehr liegen sollte ? Sollte ihm der Umsatz nicht reichen, soll er doch den Haupteingang seines Ladens auf die Rückseite des Hauses verlegen. Dann fahren ihm sozusagen zehntausende Autos täglich über den Fußabtreter.
Ja die Autos fahren vorbei, ohne dort anhalten zu können. Denn sind sie erstmal auf Höhe seines Geschäftes, dann können und konnten sie ihn schon nicht mehr erreichen. Nächste Wendemöglichkeit erst in der Köllnischen Vorstadt auf der anderen Uferseite der Dahme. Zudem kann er vermutlich nicht einfach bauliche Maßnahmen an dem Gebäude vornehmen, zumal sie sicher mit erheblichen Kosten verbunden wären, da ihm das Gebäude vermutlich garnicht gehört.
Zitat:
3.) Fließt derzeit so viel Durchgangsverkehr auf dem Schleichweg "Kietzer Str." durch die Altstadt, das die Anlieger wohl kaum über mangelnden Verkehr klagen können.
Das bleibt ja nicht so. Das ist nur zeitweise während der Bauarbeiten möglich.
Zitat:
4.) Kommen mehr Fußgänger in die Strasse "Alt Köpenick" durch die zusätzliche Strassenbahnhaltestelle. Das sollte eine Umsatzbelebung bewirken.
Das ist nur ein schwächerer Ersatz für die Straßenbahn, die früher am Schloßplatz hielt und durch die Grünstraße und Kietzer Straße Richtung Wendenschloß und Krankenhaus Köpenick fuhr.
Zitat:
Welcher Fahrer der zehntausenden Autos ist denn ausgestiegen und in einen Laden gegangen ?
Es sind sicher nur wenige am Schloßplatz abgebogen um sich dann in der Altstadt einen Parkplatz zu suchen und einzukaufen aber zukünftig werden es möglicherweise noch weniger werden. Ich erinnere da an die geplante irrsinnige Begrenzung der Parkdauer auf eine Stunde. Da darf man dann nicht trödeln, wenn man in der Altstadt unterwegs ist.
Zitat:
Auf der Seite der Nachteile darf man auch folgende Dinge nicht vergessen...
Das die Fußgängerzone nicht nur Nachteile sondern auch Vorteile hat, wird niemand bestreiten.
Zitat:
6.) Wer von zuhause zum Einkaufen mit dem Auto in die Altstadt fährt, der fährt auch auf demselben Wege wieder nach hause. Dem ist es egal, dass er die Altstadt nicht durchfahren kann.
Dadurch habe ich aber weniger potenzielle Parkplätze zur Auswahl. Außerdem fährt nicht jeder direkt von zu Hause in die Altstadt, um danach wieder direkt nach Hause zu fahren. Es dürfte so einige geben, besonders zu Ostzeiten als die Altstadt noch brummte, die von der Arbeit direkt in die Altstadt zum einkaufen fuhren und dann weiter nach Hause. Diese potentielle Kundschaft wird durch die Zweiteilung der Altstadt etwas vergault.
Zitat:
7.) Ist durch die Müggelheimer Strasse noch genügend Durchgangsverkehr auf der Insel für die nächsten Jahre garantiert.
Dieser Durchgangsverkehr umfährt die Altstadt aber mehr oder weniger großräumig. Parkplätze zu beiden Seiten der Straße sind zudem kaum vorhanden. Wer erstmal auf der Müggelheimer ist, der fährt wohl eher gleich Richtung Allende Center bzw. Norma, Aldi etc. in der Wendenschloßstraße bzw. Kaufland und Toom in der Friedrichshagener Straße.
Zitat:
Mein Fazit: Die Herausnahme des Durchgangsverkehrs als Haupt-Ursache für Einahmeverluste der Gewerbetreibenden hinzustellen, ist doch nur die Ablenkung und Vertuschung von den eigentlichen Ursachen und Problemen.
Die Umsatzverluste der letzten Jahre schiebt niemand auf die jetzt erfolgte Herausnahme des Durchgangsverkehrs. Dazu fehlt ja der zeitliche Zusammenhang. Die kürzlich erfolgten teilweise erheblichen Umsatzrückgänge liegen doch aber eindeutig an den Bauarbeiten und der Herausnahme des Durchgangsverkehrs. Oder welchen bedeutenden Grund der erst in den letzten paar Wochen/Monaten eingetreten ist, siehst du?

Zitat:
In der Altstadt Spandau gibt es auch keinen Durchgangsverkehr und dort gibt es trotzdem Geschäft neben Geschäft.
Was in Altstadt A funktioniert muß nicht zwangsläufig in Altstadt B funktionieren. Die Ausgangslage dieser beiden Altstädte bei Einrichtung der Fußgängerzonen dürfte vermutlilch sehr unterschiedlich sein. Wie und wann das in der Spandauer Altstadt vor sich ging kann ich leider nicht beurteilen. Die Fußgängerzone wird auch von diversen Kritikern nicht durchweg schlecht geredet, aber der Zeitpunkt wird in vielen Fällen kritisiert. Die Kritik ist vielfach nicht, daß sie kommt bzw. da ist, sondern das sie zu früh gekommen ist.