15 Jahre Zwangseinheit !!!

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Tramy1
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15 Jahre Zwangseinheit !!!

Beitragvon Tramy1 » Mo 3. Okt 2005, 10:42

Verraten, Verkauft, Missbraucht, belogen und betrogen, hintergangen, verarmt, ausgebeutet, bestohlen und beklaut, verarscht und entmündigt.
Das sind 15 Jahre Zwangseinheit.
Keine Demokratie, Verfassungswidrige Gesetze, nicht alle sind vor dem Gesetz gleich, Zwangsarbeit, Moderne Sklaverei, Unterdrückung und Verarmung- das sind 15 Jahre Zwangseinheit.

Wie sagte de Misere ( so richtig? ) und Kohl damals ? : Es wird keinen Schlechter gehen, nur besser.

Schon beim Umtauch zur Währungsunion Juli 1990 wurden wir hintergangen, eine echte Demokratie hätte alle Deutschen gefragt müssen, ob die Einheit her soll, auch hätte echte Demokratie das Volk gefragt, ob es den Euro haben will usw... , aber es war so gewollt, das es so abläuft und die Zwangseinheit musste schnell über die Bühne gehen, den wenn Gorbi früher abgesetzt worden wäre, wäre die Einheit nie gekommen und das vernichten der DDR, der DDR-Betriebe, der Ausverkauf usw.- die wussten schon, warum es so gemacht wird.

Nur eines hat es gutes daran, das zum Mauerfall nicht ein Schuss gefallen ist, den der Russische Botschafter der DDR in Berlin (Ost) wollte schon Truppen los lassen. Und nicht auszudenken, wäre ein Schuss gefallen, wäre wohl der 3. Weltkrieg ausgebrochen?


Nun bin ich mal auf eure Reaktionen gespannt.

Fakt ist aber, das ca. 16 Millionen Ostdeutsche so Denken.

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Re: 15 Jahre Zwangseinheit !!!

Beitragvon Frosty » Di 4. Okt 2005, 19:13

Tramy1 hat geschrieben:Verraten, Verkauft, Missbraucht, belogen und betrogen, hintergangen, verarmt, ausgebeutet, bestohlen und beklaut, verarscht und entmündigt.
Das sind 15 Jahre Zwangseinheit.
Keine Demokratie, Verfassungswidrige Gesetze, nicht alle sind vor dem Gesetz gleich, Zwangsarbeit, Moderne Sklaverei, Unterdrückung und Verarmung- das sind 15 Jahre Zwangseinheit.
Verraten und belogen wurden wir über Jahrzehnte von den obersten Kadern der DDR und mißbraucht sowie entmündigt von den Alliierten im Kalten Krieg. Ausgebeutet von den Russen und verarscht und beklaut wird man sowieso überall. Lediglich bei der modernen Sklaverei kann man dank 1-Euro-Arbeitsplätzen und sonstigen Arbeitsgelegenheiten im Niedriglohnsektor nicht mehr widersprechen. Die Einheit wollte mit Sicherheit die überwältigende Mehrheit der Deutschen, beiderseits der innerdeutschen Grenze. Von Zwang kann da kaum die Rede sein. Manche hätten sich zwar ein gemäßigteres Tempo gewünscht oder gar weiterhin 2 parallele Staaten gewünscht, aber damit waren sie in der deutlichen Unterzahl. Daran wird sich bis heute auch nicht viel geändert haben. Ich kenne niemanden, der sich irgendwann gegen die Einheit ausgesprochen hat. Man darf bei den Gedankenspielchen nicht vergessen, daß die DDR Ende 1989 pleite und reichlich abgewrackt war. Das man die Einheit aber wirtschaftlich völlig vermurkst hatte, weil man vor Ratlosigkeit nur Fehler gemacht hatte ist eine Sache, die man nicht direkt der Einheit anlasten kann. Hier muß man den inkompetenten Politikern, die mit der Situation hoffnungslos überfordert waren die Schuld zuschreiben.
Ich verstehe jetzt auch nicht, was an der Währungsunion 1990 so schlimm war. Der Umtauschkurs war doch vernünftig gewählt gewesen.
Und nicht auszudenken, wäre ein Schuss gefallen, wäre wohl der 3. Weltkrieg ausgebrochen?
Sehr unwahrscheinlich! Für die paar Ossis hätte sich der Aufwand und das Risiko nicht einmal ansatzweise gelohnt.
Fakt ist aber, das ca. 16 Millionen Ostdeutsche so Denken.
Fakt ist, daß Du mit deinen drastischen Ansichten eine Ausnahme darstellst. Die Mehrheit der Ossis denkt sicher anders.
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Beitragvon Tramy1 » Di 4. Okt 2005, 22:37

Wäre damals ein Schuss oder mehrer gefallen, wäre es zum 3. Weltkrieg gekommen, das ist sicher. Imme rmehr kommt raus, das es zu dieser Zeit schon Pläne gab, die alles in den Schatten gestellt hätten.

Selbst 1990 zur Einheit gab es zig Tausende, die dagegen waren und heute wird der Schrei nach der alten Sozialen SIcherheit immer größer, den ich kenne keinen, der es so sieht wie ich. Das die DDR Pleite war, ist klar, aber die Einheit war nur da, damit Konzerne usw. daran verdienen.
Das ist sicher. Die Milliarden Ostfördergelder haben sich die Wessis eingesteckt. Erst das alte der DDR abreißen und dann neu Bauen und dafür gab es Millionen und nach einigen Jahren ist man Pleite und verpißt sich wieder. Alles belegt. Der Osten hat fast nischt von den Fördergelder "Aufbau Ost" bekommen.

Zur Währungsunion. Die war Betrug ohne Ende. Denk mal dran, das nur die ersten 4000 Mark 1:1 umgetauscht wurden, der Rest 1:2 und da waren viele ersparte gelder weg. So ist das gemeint.

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Beitragvon Frosty » Mi 5. Okt 2005, 10:32

Tramy1 hat geschrieben:Wäre damals ein Schuss oder mehrer gefallen, wäre es zum 3. Weltkrieg gekommen, das ist sicher.
Wie gesagt, daß halte ich für so gut wie ausgeschlossen. Ich wüßte nicht, was dazu hätte führen können.

Die zig Tausenden die gegen die Einheit waren, waren eine unbedeutende Minderheit. Vielfach SED-Kader und allzu optimistische Reformer. Die soziale Sicherheit hätte nach 1990 auch in der DDR massiv gelitten, weil sich die DDR diesen Sozialstaat nicht mehr länger leisten konnte. Es wäre in den folgenden Jahren zu erheblichen sozialen Einschnitten und massiv erhöhter Arbeitslosigkeit gekommen.

Das die Ostfördergelder in erster Linie ein Wirtschaftsförderprogramm für die westdeutsche Wirtschaft waren bestreitet wohl niemand ernsthaft. Die mögliche ostdeutsche Konkurrenz wurde mit Hilfe der Treuhand größtenteils ausgeschaltet und Märkte gesichert. Massives Wirtschaftswachstum im Westen auf Kosten der gesamtdeutschen Zukunft. Alles was der Osten davon hatte sind baulich sanierte Städte und neue Straßen. Die paar Firmen, die in den Osten kamen, kamen in der Regel nur wegen der Subventionen und Abschreibungsmöglichkeiten und verschwanden dann später wieder oder sind gerade mitten dabei. Siehe Samsung. :argh:
Firmen wie Porsche sind da leider eine große Ausnahme. So viel Anstand und Verantwortungsgefühl wie bei diesem deutschen Vorzeigeunternehmen Nr. 1 findet man kaum noch irgendwo.
Zur Währungsunion. Die war Betrug ohne Ende. Denk mal dran, das nur die ersten 4000 Mark 1:1 umgetauscht wurden, der Rest 1:2 und da waren viele ersparte gelder weg. So ist das gemeint.
Nun werd mal realistisch, der offizielle Kurs lag so bei 1:8 oder so ähnlich und er war sicher auch ein guter Kompromiß. Das die Ostdeutschen Ersparnisse nicht an die der Westdeutschen herankamen ist in den sehr niedrigen Einkommen in der DDR begründet. Wenn man sich dann auch noch ansieht, was man zu DDR-Zeiten für Kleidung oder Elektronik auf den Tisch legen mußte, kommt einem das Kalte Grausen. 2000 Mark für einen guten Stereo-Kassetten-Recorder. 700 Mark für einen guten Plattenspieler. 7000 Mark für einen guten Farbfernseher mit Fernbedienung (250 Mark Aufpreis) usw.
Mit dem Kurs 1:1 bzw. 1:2 konnten wir daher ganz zufrieden sein. Er war politisch und sozial gerechtfertigt, aber wirtschaftlich eher nicht.
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