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Soll die Straße "Alt-Köpenick" umbenannt werden?
Umfrage endete am Mi 24. Mär 2004, 23:47
Ja, aber in "Schloßstraße" ohne "Köpenicker" davor. 0%  0%  [ 0 ]
Ja, egal ob mit oder ohne "Köpenicker" davor. 17%  17%  [ 1 ]
Nein, der jetzige Name sollte beibehalten werden. 50%  50%  [ 3 ]
Nein, aber später vielleicht. 33%  33%  [ 2 ]
Abstimmungen insgesamt : 6

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 Betreff des Beitrags: Wird Alt-Köpenick in Köpenicker Schlossstraße umbenannt?
BeitragVerfasst: Mi 10. Mär 2004, 23:22 
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Wird Alt-Köpenick in Köpenicker Schlossstraße umbenannt?

Die Verbindungsstraße zwischen Dammbrücke und Lange Brücke soll künftig "Köpenicker Schlossstraße" heißen. Vermutlich schon im Mai, wenn das Schloß wiedereröffnet wird. Besonders die Anwohner sind natürlich sauer.

Die Straße hieß bis 1939 Schloßstraße, weil sie zum Eingangsportal der Schloßinsel führt. "Schloß, Platz und Straße sollen wieder ein Ensemble sein", sagt Jürgen Albrecht vom Tourismusverein. Auch Heimatmuseum, Altstadtmanagement und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz als Schlossherrin sind für den neuen Namen. Der Kulturausschuss hat ihn beschlossen, die BVV muss aber noch zustimmen.

Frostys Kommentar

Für die Anwohner bedeutet dies natürlich einen erheblichen Aufwand, der selbstverständlich auch mit Kosten verbunden ist. Ihre Verärgerung ist daher sehr leicht nachvollziehbar. Wirklich stören tut mich dabei aber vielmehr das fehlende Geschichtsbewußtsein der Beteiligten. Wenn schon, dann sollte man der Straße wieder ihre historische Bezeichnung "Schloßstraße" zurückgeben. In diesem speziellen Fall sollte eine Ausnahme vom Berliner Straßennamengesetz möglich sein. Wir sprechen hier immerhin von einer der ältesten Straßen im Berliner Stadtgebiet, die schon existierte, bevor an die Stadt Berlin überhaupt zu denken war. Es gibt "nur" 4 weitere Schloßstraßen, von denen zwei nicht weiter der Rede wert sind, da sie nur kleine Nebenstraßen sind. Die beispielsweise 10 Bahnhofstraßen, 10 Lindenstraßen und 7 Hauptstraßen im Berliner Stadtgebiet sind für den Berliner Senat dagegen kein Problem. Für mich ist das eine widerliche Paragraphenreiterei der absurdesten Sorte. Ich hoffe, daß die BVV den Antrag ablehnen wird. Entweder man übernimmt den historischen Originalnamen oder man beläßt es bei der jetzigen ebenfalls passenden Bezeichnung.


Zuletzt geändert von Frosty am Sa 9. Apr 2005, 13:45, insgesamt 3-mal geändert.


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René Frost
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BeitragVerfasst: Di 16. Mär 2004, 18:05 
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Eine Pressemeldung der PDS zum Thema

Zitat:
Zur geplanten Umbenennung von »Alt-Köpenick« in »Köpenicker Schloßstraße«

erklärt Philipp Wohlfeil, Mitglied im Kulturausschuss der Bezirksverordnetenversammlung

Die PDS lehnt das Vorhaben, die Straße »Alt-Köpenick« in »Köpenicker Schloßstrasse« umzubenennen, ab. Der Plan ist mit unnötigen Kosten und Aufwand für Bezirksamt und Anwohner verbunden. Er gelastet die Gewerbetreibenden finanziell. Straßenumbenennungen sind unbeliebt, weil sie Unannehmlichkeiten für die Anlieger bedeuten. Bei einem Gewerbetreibenden können das schnell mehrere Tausend Euro für neue Stempel, Schilder, Benachrichtigungen an Geschäftspartner oder Werbung sein.

Der ursprünglich von der Idee überzeugte Wirtschaftskreis Treptow-Köpenick spricht sich inzwischen gegen den Namenwechsel aus.

Offensichtlich auf Initiative des Tiefbauamtsleiters haben verschiedene Institutionen wie das Heimatmuseum oder die Stiftung Preußischer Kulturgüter Unterschriften unter einem »Antrag auf Umbenennung« an den Kulturausschuss gesammelt. Einrichtungen, die eine Umbenennung kein Geld kostet. Im Kulturausschuss beschlossen SPD und CDU gegen die Stimmen von PDS und Grünen, die Umbenennung zu befürworten.
Der Antrag des Kulturausschusses liegt derzeit weiteren Ausschüssen zur Beratung vor. Fraglich ist weiter, ob überhaupt die rechtlichen Voraussetzungen für eine Umbenennung vorliegen. Die Ausführungsvorschrift Straßenbenennung lässt Straßennamenwechsel nur zu, wenn der Name historisch belastet ist oder mehrere Straßen in Berlin den gleichen Namen tragen. Ob eine »Rückbenennung« -bis in die 30er-Jahre hieß »Alt-Köpenick« »Schloßstraße« - zulässig ist, ist nicht nur unter den Bezirkspolitikern zumindest strittig.
Festzuhalten bleibt, die Attraktivität der Altstadt wird durch eine teure Straßenumbenennung nicht erhöht.
Die Altstadt braucht mehr Kaufkraft im Bezirk, viele Touristen, kreative Geschäftsideen, ein Schloss, aber keine Schloßstraße.

Für Nachfragen:
Christoph Nitz
Pressesprecher der Fraktion

Mobil: (01 74) 6 01 48 31
Tel.: (0 30) 42 02 31 16
Fax: (0 30) 42 02 31 17
E-Mail: mailto:c.nitz@nd-online.de
Internet: http://www.pds-fraktiontreptow-koepenick.de



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René Frost
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BeitragVerfasst: Di 23. Mär 2004, 23:50 
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Ich habe eine Umfrage hinzugefügt und bitte um rege Teilnahme. :)

Um an der Umfrage teilzunehmen, müßt ihr hier aber registriert und angemeldet sein. ;)



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René Frost
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BeitragVerfasst: Do 25. Mär 2004, 22:22 
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Nachtrag zur Geschichte der Straße:

Die älteste Straße Köpenick hieß ursprünglich Breite Straße und wurde im Zusammenhang mit dem Schloßneubau um 1690 in Schloßstraße umbenannt. 1939 wurde sie in Lietzmanndamm umbenannt und trug zwischen 1945 und 1947 den bezirklich festgelegten Namen Max-Betcke-Straße, der aber amtlich nicht bestätigt wurde. Am 31. Juli 1947 erhielt sie schließlich ihren heutigen Namen.



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BeitragVerfasst: So 28. Mär 2004, 10:26 
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Wieso werden eigentlich nicht die direkt betroffenen zu solchen Maßnahmen befragt und erst dann entschieden? Vielleicht weil die Entscheidung dann anders ausgeht wie gewünscht?

In Spandau werden inzwischen alle direkt Betroffenen vor einer Namensgebung um eine Stellungnahme gebeten. Der Grund ist vor allem der, daß es bei der letzten Straßenumbenennung im Bezirk viel Ärger gab. Das Bürgervotum soll/wird in die Entscheidung der Bezirksverordneten einfließen.



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BeitragVerfasst: Do 8. Apr 2004, 11:46 
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Also ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass der Antrag beschlossen wird. Derzeit versauert er im Ausschuss für Stadtentwicklung und geht anschließend noch in den Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus. Zur Schlosseröffnung wird es auf keinen Fall eine Umbenennung geben. Ich habe den Eindruck, dass den Sozialdemokraten der Antrag zunehmend peinlich ist.

Zur Umbenennung in schlicht "Schloßstraße": Das ist keine Paragraphenreiterei. Wenn die BVV soetwas beschlösse, würde der Beschluss anschließend vom Rechtsamt oder der Innenverwaltung kassiert werden; das geht einfach nicht. Ich finde es ehrlich gesagt auch grundsätzlich richtig, dass Straßennamen in Berlin nur einmal vergeben werden dürfen. Und Frosty, Du hast ja selber festgestellt, dass "Schloßstraße" gar nicht der ursprüngliche Name war.


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BeitragVerfasst: Do 8. Apr 2004, 12:08 
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Philipp Wohlfeil hat geschrieben:
Zur Umbenennung in schlicht "Schloßstraße": Das ist keine Paragraphenreiterei. Wenn die BVV soetwas beschlösse, würde der Beschluss anschließend vom Rechtsamt oder der Innenverwaltung kassiert werden; das geht einfach nicht.
Damit meinte ich natürlich nicht die Herrschaften in der BVV sondern in den entsprechenden Gremien und Behörden der Stadt Berlin.
Zitat:
Und Frosty, Du hast ja selber festgestellt, dass "Schloßstraße" gar nicht der ursprüngliche Name war.
Das erinnert ein wenig an: "Alles was sie sagen, kann später gegen Sie verwendet werden." ;):D

PS: Herzlich Willkommen in diesem Forum. :freude:



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 Betreff des Beitrags: Alt-Köpenick: Umbenennung vermutlich vom Tisch
BeitragVerfasst: Mo 26. Apr 2004, 11:56 
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SPD distanziert sich zunehmend von den Plänen ihres Bundestagsabgeordneten Siegfried Scheffler, die Straße Alt-Köpenick in »Köpenicker Schloßstraße« umzubenennen.

Nachdem der Wirtschaftskreis, der ursprünglich die Initiative unterstützt hatte, die Seiten wechselte und in den Medien den Umbenennungsplänen nur Unverständnis entgegengebracht wurde, hat offenbar nun auch die SPD ein Einsehen. Der Antrag des Kulturausschusses, der mit den Stimmen von SPD und CDU beschlossen worden war, werde entweder zurückgezogen oder in der BVV abgelehnt, heißt inzwischen aus der SPD.


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BeitragVerfasst: Di 27. Apr 2004, 07:03 
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es sollte mich freuen, wenn statt profilneurose einmal die vernunft siegen sollte. die einzelhändler sind mit dem neuen verkehrskonzept schon genug gestraft.

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man muss nicht unbedingt dumm sein um politiker zu werden, aber es erleichtert die sache ungemein.
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BeitragVerfasst: So 2. Mai 2004, 13:51 
Ich finde, es gibt soviele andere Probleme in unserem Bezirk, da scheinen einige Abgeordnete keine Beschäftigung zu haben. Die straße wird ja durch die Umbenennung nicht attraktiver. Auch eine Schloßstraße mit verfallenen Häusern, Stehimbiss, Abrissgrundstücken wird mit neuem Namen nicht automatisch attraktiver.
Die Staatlichen Musseen sollten sich lieber darauf konzentrieren, Werbung für das neue Kunstgewerbemuseum zu machen statt solche lächerlichen Vorschläge zu unterstützen. Bis jetzt gibt es noch nicht mal auf deren Internetseite einen Hinweis zur Wiedereröffnung, kein Plakat in Berlin weist darauf hin (was gab es für einen Aufriss für Moma und Alte Nationalgalerie!)
Das Bezirksamt sollte sich mal lieber um die Gegend rund um den S-Bahnhof Köpenick kümmern (da, wo die Schlossbesucher den ersten Eindruck von umserem schönen Bezirk bekommen): Bärbels Brutzelbude, Döner en Masse, Zigarettenhändler, besprühte Fassaden, Abrissgrundstücke, Ampeln, die nach drei Phasen erst die Fußgänger rüberlassen, Hundedreck, zugestellte Gehwege - das ist der Empfang, den wir bieten, bevor wir auf der "SCHLOSSSTRASSE" promenieren. Aber das alles wäre wohl ein neues Thema, nicht wahr?

Viele Grüße aus der Dammvorstadt


  
 
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BeitragVerfasst: So 9. Mai 2004, 23:52 
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Der Kulturausschuss der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Treptow-Köpenick hat in seiner Sitzung am Donnerstag, den 6. Mai, den Antrag auf Umbenennung der Straße "Alt-Köpenick" in "Köpenicker Schloßstraße" mehrheitlich zurückgezogen.



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René Frost
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BeitragVerfasst: Mo 10. Mai 2004, 01:27 
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Ja, bei Enthaltung eines CDU-Mitglieds und Gegenstimme des anderen CDU-Mitglieds im Ausschuss.


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