Verlängerung der Spindlersfelder Straße beschlossen

Köpenick und Treptow
Frosty
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Verlängerung der Spindlersfelder Straße beschlossen

Beitragvon Frosty » Mo 23. Feb 2004, 12:54

Anwohner bremsen geplanten Straßenausbau

Durch die Kritik von Anwohnern verzögert sich der zweite Bauabschnitt der Tangentialverbindung Ost (TVO), deren Planung bereits Ende 2003 beschlossen werden sollte. Die 1,5 Kilometer lange Straße soll auf einem Damm von der Oberspreestraße nach Süden bis zum Glienicker Weg führen. Der Baubeginn war eigentlich für Mitte 2004 vorgesehen.

Bei der Diskussion mit Anliegern seien jedoch Ende 2003 etliche Mängel in den Unterlagen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zu Tage getreten, sagte Baustadtrat Dieter Schmitz (SPD) am Donnerstag im Stadtplanungsausschuss der BVV. Die Landesbehörde habe das Projekt unzureichend begründet. Die Daten für den zu erwartenden Verkehr seien nicht auf aktuellem Stand gewesen.

Vor allem sei nicht ausreichend berücksichtigt, dass sich der Lärm der Fahrzeuge auf der neuen Trasse und der Lärm der benachbarten Bahnlinie summiere. Auch das Thema Schadstoffe sei mangelhaft behandelt. Schmitz: "In einigen Punkten wurden bereits nachgebesserte Unterlagen eingereicht." Eventuell werde es erneut eine Auslegung geben. Der Plan könne Ende 2004 beschlossen werden.

Rund 250 Einwendungen hatte es zum Projekt gegeben. Für das Vorhaben müssen 26 Privatgrundstücke genutzt werden. Es kostet 36,6 Millionen Euro und soll zu drei Vierteln aus EU-Mitteln bezahlt werden. Der erste Abschnitt der TVO, die Spindlersfelder Straße, war im Oktober 2002 freigegeben worden. "Damit ist der ursprüngliche Zweck erfüllt, eine Umfahrung der Altstadt Köpenick zu schaffen", sagt Wilfried Gundlach von der Bürgerinitiative Spindlersfeld-Wendenheide. Der Ausbau nach Süden könne in kleinerer Dimension erfolgen, da der ursprünglich geplante Ausbau nach Norden nicht mehr vorgesehen sei. Als Alternative sei denkbar, die Ottomar-Geschke-Straße auszubauen.

Quelle: Berliner Morgenpost
Noch immer staut es sich bis zum geht nicht mehr. Ich frage mich was es bringen sollte, nur die Ottomar-Geschke-Straße auszubauen. :hae:

Die TVO wird erst dann richtig funktionieren, wenn der Bau des zweiten Abschnitts in der geplanten Form vollendet ist. Andernfalls bewirkt die Spindlerbrücke lediglich eine Stauverlagerung. Dadurch lohnt es sich auch in vielen Fällen nicht, die Brücke zu benutzen, so daß man doch durch die Köpenicker Altstadt fährt.
Zuletzt geändert von Frosty am Do 25. Nov 2004, 14:11, insgesamt 1-mal geändert.
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weils zum Thema paßt:

Beitragvon Frosty » So 11. Apr 2004, 12:02

Die Köpenickiade
Oder wie ein kleiner Laden die Beamten verzweifeln lässt

Köpenick - "Durchgang verboten!", warnt ein rot-weißes Schild an der Oberspreestraße Fußgänger - ausgerechnet auf dem Weg zu Peter Gerkes Laden. Der "Schildbürgerstreich" der Behörden ist Teil eines jahrelangen Streits um Geld und Gerkes Grundstück.

Das Schild warnt aber zu Recht: Denn die Oberspreestraße (wurde im Zusammenhang mit der Umfahrung Köpenick ausgebaut) führt haarscharf an Gerkes Grund und Boden vorbei. Ohne Fuß- und Radweg. Die enden jäh am Maschendrahtzaun um Gerkes Grundstück. Der Grund: Der Ladenbesitzer (34) gibt seine fast 1000 Quadratmeter nicht her. Damals nicht für den Ausbau der Oberspreestraße, heute nicht für die geplante Verlängerung der Umfahrung bis zum Glienicker Weg.

"Ich würde ja verkaufen", sagt Gerke (34). "Aber nicht zu dem schlechten Preis, den die Senatsbauverwaltung mir bietet! Ich halte durch. Der Laden ist meine Existenz. Die muss auch in Zukunft gesichert sein."

Doch die scheint ungewiss: Stehen im Herbst die Pläne für die Verlängerung der Umfahrung fest, könnte Gerke enteignet werden. "Wir würden uns aber lieber mit ihm einigen", heißt es aus der Bauverwaltung. Die zahlt jetzt einen Makler, der für Gerke ein neues Grundstück suchen soll.

Übrigens: Wer das "Durchgang verboten"-Schild beachteten und gesetzestreu zu Gerkes Laden laufen will, hat einen weiten Weg vor sich: geradeaus und dann zwei Mal rechts über die Kreuzung und immer schön bei Rot an den Ampeln warten! Auf der anderen Seite des Grundstücks gibt es einen kleinen gesicherten Zugang zum Gelände.

Quelle: Berliner Kurier
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Beitragvon 1199 » Sa 8. Mai 2004, 14:03

Irgendwie nervt der Laden mit seinem Maschendrahtzaun aber auch. Als Fußgänger oder Radfahrer kommt man nicht ohne Gefahr für Leben und Gesundheit an Gerkes Laden vorbei. Autos fahren einem die Hacken ab. Zum Einkaufen dann lieber sicheren Fußes zu Kaisers, wo die Waren nicht so teuer sind.

Ich wohne nur einige hundert Meter entfernt, meide den Laden aber aus oben genannten Gründen.

Schöne Grüße
1199

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Beitragvon Frosty » Sa 8. Mai 2004, 15:31

Diese Woche bin ich da auch mit dem Fahrrad vorbeigefahren. Das ist momentan wirklich ziemlich besch...... gelöst. :rolleyes: :(
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Verlängerung der Spindlersfelder Straße beschlossen

Beitragvon Frosty » Do 25. Nov 2004, 14:11

Die Spindlersfelder Straße wird nach Süden verlängert. Der sogenannte Planfeststellungsbeschluß für den Neubau der Strecke zwischen Oberspreestraße und Glienicker Straße ist gefaßt. Die vierspurige Trasse soll zur weiteren Verkehrsentlastung der Köpenicker Altstadt, der Damm-Vorstadt, der Köllnischen Vorstadt und der Dörpfeldstraße beitragen und eine schnellere Verbindung vom Berliner Nordosten zur A 113 ermöglichen. Sie wird 1,5 Kilometer lang und soll auf einem Damm verlaufen. Eine Brücke wird über die Oberspreestraße gebaut, eine weitere über die Ottomar-Geschke-Straße. Lärmschutzwände werden auf beiden Seiten errichtet.

Mehr als 3500 Einwendungen von 470 Absendern waren bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eingegangen. Die Bürgerinitiative Wendenheide/Spindlersfeld hält den Neubau für überflüssig. "Die Altstadtumfahrung ist mit der jetzigen Spindlersfelder Straße komplett vorhanden", sagt Anwohner Wilfried Gundlach. Zur Entlastung der Dörpfeldstraße könne man als Alternative eine ebenerdige schmalere Straße parallel zur Bahnlinie bauen. Vom Straßenneubau sind 26 Grundstücke am Militscher Weg und an der Ottomar-Geschke-Straße betroffen. Sie müssen ganz oder teilweise aufgegeben werden. Auch ein Imbiß an der Oberspreestraße steht der Straße im Weg. "Wir prüfen jetzt, ob wir gegen den Beschluß klagen", sagt Gundlach. Allerdings habe eine Klage laut Berliner Straßengesetz keine aufschiebende Wirkung für das Bauvorhaben.
...

Die Unterlagen zum Planfeststellungsbeschluß liegen noch bis zum 29. November bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Am Köllnischen Park 3 in Mitte aus (Mo-Fr., 9-14 Uhr, Tel.: 90 25 14 29, Details unter http://www.stadtentwicklung.berlin.de ). Bis vier Wochen nach der Auslegung können Klagen eingereicht werden.

Geplanter Baubeginn ist der 1. April 2005, Ende 2006 soll die Straße fertig sein. Berlitz: "Wir bereiten die Ausschreibungen vor." Die Gesamtkosten werden auf 30 Millionen Euro veranschlagt, zehn davon für Grunderwerb und Entschädigungen. Dreiviertel der Summe sollen aus EU-Mitteln bezahlt werden.

Quelle: Berliner Morgenpost

Auch wenn die Betroffenen das anders sehen, aber die Altstadtumfahrung macht erst dann einen Sinn, wenn sie wie geplant bis zur Glienicker Straße weitergeführt wird. Derzeit ist es teilweise nur eine Stauverlagerung.
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Sacramento

Beitragvon Sacramento » Do 25. Nov 2004, 20:47

Was mir aber nicht klar ist, warum der schon vorhandene Teil der Spindlersfelder Straße ausgebaut ist, wie eine Autobahn (kreuzungsfreie Hochlage, Leitplanken, Schallschutzwände). Hätte es nicht eine normale 4-spurige Stadtstraße mit Gehwegen zu beiden Seiten auch getan ?

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Beitragvon Frosty » Do 25. Nov 2004, 20:51

Diese Frage habe ich mir auch schon gestellt, da ringsherum kaum jemand wohnt. Der BSR-Hof wird wohl nicht darum gebeten haben. ;)
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oithekes

Der Senat baut, was er will-koste es was es wolle

Beitragvon oithekes » Di 30. Nov 2004, 16:13

Der „Generalverkehrsplan für die Hauptstadt der DDR von 1969“ sieht die Errichtung einer so genannten Tangentialen Verbindung Ost (TVO) vor, die den Nord-Osten (Berlin-Marzahn) mit dem Süd-Osten Berlins (Berlin-Köpenick) verbinden sollte. Der Senat von Berlin griff 1994 die Idee der Errichtung dieser TVO auf. Basierend auf einer Verkehrsprognose von 1995 wurde eine Machbarkeitsstudie angefertigt. Aufgrund der katastrophalen Finanzlage verschob der Senat von Berlin die Erbauung der TVO auf unbestimmte Zeit, nur ein Rumpfstück im Berliner Bezirk Köpenick soll noch gebaut werden. Berlin-Köpenick fällt in die Zielregion 1 für die EFRE-Förderung, daher wird der Neubau einer Straßenverbindung zwischen der Straße an der Wuhlheide und dem Glienicker Weg zu 75% mit EU-Mitteln unterstützt. Hauptziele sind die Entlastung und Umfahrung der Altstadt von Köpenick und die Neuordnung des Verkehrs im Osten Berlins. Der 1. Bauabschnitt von der Straße an der Wuhlheide bis zur Oberspreestraße wurde bereits fertig gestellt. 2005 plant der Senat, den 2. Bauabschnitt, einen 1,4 Kilometer langen Straßenneubau durch bewohntes Gebiet, zu beginnen.

Ein Hauptziel des TVO Rumpfstücks, die Entlastung und Umfahrung der Altstadt Köpenick, wurde mit der Fertigstellung des 1. Bauabschnittes und der Fertigstellung der Spindlersfelder Brücke erreicht (aus: Planfeststellungsbeschluss). Das zweite Hauptziel kann nicht erreicht werden, da die TVO außerhalb Köpenick aufgrund fehlender Finanzmittel nicht gebaut wird. So entsteht in Köpenick ein Stück Schnellstrasse inmitten eines Wohngebietes, auf der nur 50 km/h gefahren werden darf. Der regionale Masterplan Stadtentwicklungsplan Verkehr 2010 für Berlin spricht sich ebenfalls gegen den Bau der TVO aus, da die Entlastungswirkung zu gering ausfällt und der Bau sich nachteilig auf die ÖPNV-Nachfrage auswirkt.

Ein Grund für den Neubau der Strasse soll die Steigerung des Verkehrsaufkommens sein. Laut Planungsunterlagen soll der Verkehr 1998 bis 2015 um 107 % anwachsen. Nach 5 Jahren hätte der Verkehr theoretisch einen Zuwachs von 24,6 % erfahren sollen. Doch Messungen im Jahr 2003 haben nur einen realen Zuwachs von ca. 2 % verzeichnet. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gibt im Januar 2003 bekannt, dass sich die Prognosedaten für den 2. Bauabschnitt ebenfalls verringert haben. Das lässt darauf schließen, dass die Entwicklung des Verkehrs und die Ausgangsgröße in der Planung falsch eingeschätzt wurden.

Des Weiteren wird der Berliner Bürger über die konkreten Kosten des Bauprojektes im Unklaren gelassen. Hier einige Beispiele der Gesamtkosten, wie sie von verschiedenen Institutionen angegeben werden:

B.U.N.D. Berlin 2004 : 61 Mio. €
Bezirksbürgermeister
von Köpenick August 2003 : 50 Mio. €
Planfeststellungsbeschluss November 2004: 36,66 Mio. €
Senatsverwaltung
für Stadtentwicklung 24.11.2004 : 30 Mio. € (davon 10 Mio. € für Grunderwerb und Entschädigung EU übernimmt 75%)
Anfrage Bündnis90/Grüne im
Abgeordnetenhaus 27.01.2003: 28 Mio. € (13,25 Mio. € Berlin, 14,8 Mio. € EU)

Variantenuntersuchung im Rahmen
der Planfeststellung : 27,577 Mio. €


Als nahezu untragbar ist das Verhalten des Berliner Senates bezüglich des Schutzguts Mensch und Umwelt zu bezeichnen. Einige Beispiele:

Auszug eines Schreibens der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung an einen älteren Bürger, der enteignet wird: „Das Grundstück einschl. der baulichen Anlagen ist ordnungsgemäß beräumt an das Land Berlin zu übergeben.“

Einwendungen betroffener Anwohner bezüglich der Minderung von Wohn- und Lebensqualität werden von Senat als nichtig betrachtet, da diese Einwendung subjektiv ist und jeder Mensch eigene Maßstäbe für Wohn- und Lebensqualität hat (Planfeststellungsbeschluss Seite 177). Anders gesagt, der Senat Berlin unterstellt den Anwohnern, dass manche von ihnen statt Grünanlagen und Bäumen lieber eine vierspurige Schnellstrasse mit Schallschutzwänden vor den Fenstern haben.

Als Ausgleichmaßnahme für die Versiegelung von Flächen und die Fällung von ca. 3.000 Bäumen wird u.a. den Anwohnern angeboten, im ca. 10 Kilometer entfernten Treptower Park (eines der größten Naherholungsgebiete am Rand der Innenstadt) weitere Bäume zu pflanzen.

Einige Lokalpolitiker Köpenicks berichten hinter vorgehaltener Hand, dass das Straßenbauprojekt nur noch aufrechterhalten wird, da man das Geld von der EU nicht verfallen lassen will. Vertraulichen Informationen zu Folge würde das Projekt sofort zum Stillstand kommen, wenn man ein aktuelles Verkehrsgutachten erstellen würde. Doch außer der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ist keine andere Institution dazu in der Lage, und die Senatsverwaltung hat kein Interesse daran, ein neues Gutachten zu erstellen.

oithekes

Ach ja

Beitragvon oithekes » Di 30. Nov 2004, 16:19

BERLIN IST PLEITE

58.144.217.600 € Schulden

Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) drückt es so aus: "Der argentinische Haushalt ist von den Eckwerten her im Vergleich zu unserem durchfinanziert und solide." Er weiss, dass Argentinien als das Beispiel für Staatsbankrott gilt.

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Re: Der Senat baut, was er will-koste es was es wolle

Beitragvon Frosty » Di 30. Nov 2004, 17:17

oithekes hat geschrieben:Das zweite Hauptziel kann nicht erreicht werden, da die TVO außerhalb Köpenick aufgrund fehlender Finanzmittel nicht gebaut wird. So entsteht in Köpenick ein Stück Schnellstrasse inmitten eines Wohngebietes, auf der nur 50 km/h gefahren werden darf.
Ich finde es zwar auch halbherzig, das diese zusätzliche Straße nicht bis zum Adlergestell weitergeführt wird sondern einfach im Glienicker Weg mündet, aber dieser soll dann verbreitert werden um den zusätzlichen Verkehr zu verkraften. Daher könnte es ausreichend sein und dieses "zweite" Hauptziel erreicht werden. Daß auf dieser und anderen geeigneten Straßen nur Bummeltempo 50 statt 70 gefahren werden darf liegt an vielen unserer Provinzpolitiker, besonders jenen der PDS und den vereinzelt anzutreffenden Exemplaren der Grünen. Von denen würden vermutlich viele selbst das Adlergestell und "An der Wuhlheide" zu Tempo 30 Zonen erklären. :rolleyes: Getreu dem Motto: Schöner Leben im Stau. Siehe dazu auch: "An der Wuhlheide" weiterhin nur Tempo 50
da die Entlastungswirkung zu gering ausfällt und der Bau sich nachteilig auf die ÖPNV-Nachfrage auswirkt.
Um zu erkennen, daß die Dörpfeldstraße und Oberspreestraße chronisch überlastet sind, muß man sicher kein Experte sein sondern muß einfach nur die Augen aufmachen. Die wahrscheinliche Entlastungswirkung stufe ich daher als erheblich ein.
Was die ÖPNV-Nachfrage betrifft, sehe ich das ebenfalls anders. Der Verkehr der hier durchfließt ist zum großen Teil Durchgangsverkehr zwischen Regionen die vergleichsweise ungünstig mit dem ÖPNV verbunden sind. Wenn die Damen und Herren Politiker erreichen wollen, daß noch mehr Leute auf den ÖPNV umsteigen, dann müssen sie ihn attraktiver gestalten und nicht für Chaos bei der Konkurrenz (normaler Autoverkehr) sorgen. Davon abgesehen sollte diversen Traumtänzern mal der Zahn gezogen werden, daß der ÖPNV in Berlin in der Lage wäre, den Individualverkehr auch nur ansatzweise zu ersetzen. Dazu reichen die Kapazitäten nämlich bei weitem nicht mehr aus. Wer sich während des Berufsverkehrs in gewisse Bahn- und und Bus-Linien quetschen muß, weiß was ich meine.
Das lässt darauf schließen, dass die Entwicklung des Verkehrs und die Ausgangsgröße in der Planung falsch eingeschätzt wurden.
Das ist ja mal ganz was Neues. Es ist aber auch Fakt, daß sich auch schonmal in die andere Richtung verschätzt wird und man dann 20 Jahre später ziemlich belämmert aus der Wäsche guckt, weil die Kapazitäten auf einmal nicht mehr ausreichen. Und schon beginnt die Planerei und Bauerei von vorne. Mir ist eine aktuell leicht überdimensionierte Straße lieber als das in 10-15 Jahren geflickschustert wird um den Verkehr irgendwie wieder zum fließen zu bewegen.
Als nahezu untragbar ist das Verhalten des Berliner Senates bezüglich des Schutzguts Mensch und Umwelt zu bezeichnen. Einige Beispiele:...
Das ist in Berlin leider der Normalzustand. Beim Streit um den geplanten Großflughafen Schönefeld siehts ja genauso aus. Nur das es dort nicht nur um einige Millionen sondern um Milliarden von Euros geht und nicht um einige Dutzend oder Hundert Anwohner sondern um weit über 100.000! :mad:
Einige Lokalpolitiker Köpenicks berichten hinter vorgehaltener Hand, dass das Straßenbauprojekt nur noch aufrechterhalten wird, da man das Geld von der EU nicht verfallen lassen will.
Bei der geplanten "Seebrücke" am Frauentog, werden wohl änliche Überlegungen der grund für das Festhalten an dieser Idee sein. Mal ganz davon abgesehen, daß ich die Seebrücke einfach in Bootsanlegesteg umbenennen würde, denn mit einer Brücke hat dieses geplante Dingsbums schließlich nichts zu tun.
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Beitragvon Frosty » Mo 4. Jul 2005, 13:59

Imbißbesitzer räumt sein Grundstück

Die jahrelangen Streitigkeiten zwischen Imbißbesitzer Peter Gerke und dem Land Berlin haben ein Ende. Bis zum 1. September 2005 räumt Gerke sein Grundstück an der Oberspreestraße. Anfang Juni hat der Unternehmer und das Land eine Entschädigungsvereinbarung unterzeichnet. Gerke ziehe seine Klage gegen das Bauvorhaben zurück, sagt Manuela Damianakis, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Quelle: Auszüge aus einem Artikel der Berliner Morgenpost
Na das wurde aber auch langsam Zeit. Dann muß das Land Berlin nur noch das Laubenpieperproblem lösen, damit die Trasse wie geplant komplettiert werden kann.
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Verwaltungsgericht gibt grünes Licht für Straßenbau

Beitragvon Frosty » Fr 9. Sep 2005, 23:32

Verwaltungsgericht gibt grünes Licht für Straßenbau

Der vorläufige Baustopp wurde aufgehoben. Das Berliner Verwaltungsgericht wies nach einer dreitägigen Verhandlung die Klagen von Anwohnern und Naturschutzverbänden zurück.

Über drei Viertel der beanspruchten Grundstücke wurden mittlerweile erworben, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit. Im Laufe des Jahres 2007 soll die Trasse fertig gestellt werden.
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bkroll

Straße

Beitragvon bkroll » Mo 10. Okt 2005, 20:13

Der zweite Bauabschnitt der so genannten Tangentialverbindung Ost zwischen Oberspreestraße und Glienicker Weg kann gebaut werden. Das Verwaltungsgericht hat jetzt die Klagen von Anwohnern zurückgewiesen, teilte Baustadtrat Dieter Schmitz (SPD) mit. Planung und Verkehrsprognose seien korrekt gewesen. Die 1,5 Kilometer lange Straße ist ein weiterer Teil der Altstadtumfahrung. Sie wird parallel zu den Bahngleisen über die Oberspree- und die Ottomar-Geschke-Straße geführt. 26 Grundstücke müssen dafür ganz oder teilweise aufgegeben werden. Die Anwohner werden entschädigt. Ein Händler an der Oberspreestraße hat nach siebenjährigem Rechtsstreit mit den Behörden jetzt sein Grundstück verlassen. Die neue Trasse wird rund 30 Millionen Euro kosten, drei Viertel davon bezahlt die EU. Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein.

Berliner Zeitung vom 11.10.2005

timmey

Beitragvon timmey » Mi 30. Nov 2005, 15:15

Eine Anfrage von mir bezüglich des Weiterbaus der TVO 2.Abschnitt sowie des Ausbaus des Glienicker Weges zwischen TVO und Adlergestell brachte vom Bezirksamt folgende Antworten

TVO 2. Abschnitt
Die Bauarbeiten zum 2. Abschnitt der TVO - Stadtstraße zw.
Oberspreestraße und Glienicker Weg - haben bereits begonnen.
Es laufen gegenwärtig die Arbeiten zu den beiden Brückenbauwerken,
Überquerung der Oberspreestraße und Ottomar-Geschke-Straße.

Ausbau Glienicker Weg
Für den vierspurigen Ausbau des Glienicker Wegs, zw. 2. Abschnitt
TVO und Adlergestell, befindet sich das dazu erforderliche
Planfeststellungsverfahren in Bearbeitung.
Der Planfeststellungsbeschluss wird zum Ende 2006 erwartet.



- Es geht also voran, auch mit dem Ausbau des Glienicker Weges, wobei dort für ein paar Jahre ein ziemliches Nadelöhr entstehen wird.
Sind die Bauarbeiten an der TVO wirklich schon im Gange? Als ich kürzlich vorbeifuhr sah ich zwar die Baucontainer, jedoch noch keine Arbeiten an den neuen Brücken.


Grüße

Sacramento

Beitragvon Sacramento » Mo 12. Dez 2005, 22:46

Naja, zumindest Baufreiheit wurde an der Ottomar-Geschke-Str. schon geschaffen.


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