Ottopartikelfilter - OPF - Das Märchen von der Regeneration im Hintergrund

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Frosty
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Ottopartikelfilter - OPF - Das Märchen von der Regeneration im Hintergrund

Beitragvon Frosty » Fr 27. Mär 2026, 13:25

Liest man Artikel zum Ottopartikelfilter, dann heißt es, da läuft die Regeneration aufgrund der höheren Temperaturen gegenüber den Dieselpartikelfiltern stets unauffällig im Hintergrund ab. Tja, das kann ich so nun aus eigener Erfahrung nicht bestätigen. Schlimmer noch, die automatische Regeneration versagt irgendwann.

Was war passiert? Ich fahre einen VW Golf GTI von 2019, der entsprechend leider einen OPF verbaut bekommen hat. Von einem auf den anderen Tag, war der Auspufflärm wesentlich lauter, sowohl im Leerlauf als auch bei der Beschleunigung. Weil der GTI-Auspufflärm auch so schon grenzwertig präsent ist, war das wesentlich verstärkte noch tiefere Brummen für meinen Geschmack nun endgültig jenseits meiner Akzeptabilitätsgrenze. Da machte auch Musikhören nur noch halb so viel Spaß. Zeitgleich ging der Spritverbrauch konstant um 2 Liter nach oben, im Stadtverkehr genauso wie auf der Stadtautobahn bei 80-100 km/h. Es gab aber keine Anzeige im Display, keine Änderung bei den Drehzahlen, mutmaßlich keinen Leistungsabfall, keinen nachlaufenden Lüfter.

Nun liest man, dass die Regeneration nach 100 km oder spätestens 200 km vorbei sein soll, aber Pustekuchen. Als die 200 km rum waren, hatte ich wiederholt den Sportmodus ausprobiert, damit die Drehzahl, vor allem auf der Stadtautobahn dann immerhin bei knapp 2000 Umdrehungen landet statt nur bei knapp 1500 rumzudümpeln. Brachte auch nichts, auch nicht mit mehrfacher Beschleunigung auf 100-120 mit anschließendem Schubbetrieb runter auf 70-80 km/h.

Dazu sei angemerkt, das Auto kommt dank 2 Litern Hubraum mit Turboladerunterstützung auf bis zu 245 PS und das DSG-Getriebe ist lang übersetzt. Da brauchts keine hohen Drehzahlen um zügig zu beschleunigen. Und so läßt sich das Auto quasi mit erhöhtem Standgas gut bewegen. :D

Weitere 250 km später hatte ich mir dann Nachts nach der Arbeit die Zeit genommen und bin auf eine unbeschränkte Autobahn gefahren und hatte die Abgasanlage dann auf einer Strecke von 70 km mit Drehzahlen um 3500 bis 5000 Umdrehungen (manuell geschaltet) und Beschleunigungen auf 180-230 km/h und anschließendem Schubbetrieb zurück auf 80-120 endlich freigebrannt bekommen, so daß der Verbrauch nun endlich wieder normal ist.

Dazu sei angemerkt, daß mein Streckenprofil zu gut 90 Prozent so aussieht: 26 km antizyklischer Arbeitsweg: 4 km nerviger Stadtverkehr => 4 km innerstädtisch wo man aber fast nur mit gut 50 km/h durchrollt => 13 km flüssiger Verkehr auf der Stadtautobahn (80-100 km/h) => 5 km mittelmäßiger Stadtverkehr und Nachts zurück so daß ich dann von einigen blöd geschalteten Ampeln abgesehen, super durchrollen kann. Das würde ich deshalb eher nicht als Kurzstreckenprofil bezeichnen und auch nicht als normalen Stadtverkehr. So verbraucht die Kiste nur etwa 7 Liter auf 100 km. Das Auto kommt so allerdings kaum auf Drehzahlen, außer vielleicht in den wenigen Sekunden die Stadtautobahnauffahrt hoch oder runter, wenn ich mal niemanden vor mir habe und mir kurzfristig nach Spaß zu Mute ist.

Nach dem was man so liest, sollte bei einem OPF die Regeneration trotzdem eigentlich unmerklich ständig im Hintergrund ablaufen.

Hätte ich das Auto nun nicht hochtourig unter Last über die Autobahn getrieben, wäre das Auto wohl garnicht mehr aus dem disfunktionalen Regenerationszyklus heraus gekommen. Da frage ich mich, was mit dem zusätzlichen Sprit angestellt wurde? Denn scheinbar wurden die 2 zusätzlichen Liter Benzin pro hundert Kilometer einfach nur in zusätzlichen Lärm verwandelt. Ganz Toll. Oder ist das ein exklusives Feature für GTI-Fans, denen das Auto sonst zu leise ist? :confused:

2 Liter mehr enstprechen bei Tempo 80 mal eben einem Mehrverbrauch von knapp 50 Prozent!!!
Das kann doch weder für den Motor und noch weniger für die Abgasanlage auf Dauer gesund sein. Wehe, wenn ich so zum Tüv gefahren wäre mit Blick auf die vermutlich massiv erhöhten Abgaswerte.

Fazit: Es ist hochgradig ärgerlich, daß die automatische Regeneration offenbar bei vielen Fahrprofilen versagen dürfte und es leider keine Anzeige im VW Golf VII dafür gibt, so daß man es durch angelesenes Wissen selbst herausfinden muss oder sich die kostspielige Diagnose von einer Werkstatt holen muss.
Ist man schwerhörig und achtet nicht so genau wie ich auf den Spritverbrauch, wird man es womöglich garnicht bemerken, bis der OPF im Eimer ist oder irgendwas anders deshalb kaputt geht.

Da frage ich mich: Was machen all die armen Leute auf diesem Planeten, die das gleiche Problem mit dem Ottopartikelfilter haben, aber nicht in Deutschland wohnen und so nicht die Möglichkeit haben, mit Volllast über die Autobahn zu heizen und die Abgasanlage so auf Temperatur zu bringen?

Legen die dann alle so und so viele tausend Kilometer 1000 Euro auf den Tisch um den OPF auszubauen und professionell reinigen zu lassen? Hergott, wer konstruiert solch einen Murks?
René Frost
forum.koepenick.net - Betreiber

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